Die kurze Antwort
Crémant ist ein Name für bestimmte Schaumweine mit traditioneller Flaschengärung. Der Wein gärt dabei ein zweites Mal in seiner eigenen Flasche. Bekannte Beispiele kommen aus verschiedenen französischen Regionen.

Nicht einfach ein anderer Name für Champagner
Crémant und Champagner können dasselbe Gärverfahren nutzen. Aus derselben Herkunft kommen sie nicht. Regionale Rebsorten und die Arbeit des Erzeugers führen zu unterschiedlichen Stilen.
Flaschengärung heißt: Der Wein gärt ein zweites Mal in genau der Flasche, die später vor dir steht. Die Kohlensäure entsteht dabei im Wein selbst. Nachträglich zugesetzt wird sie nicht. Genau diesen Punkt teilen Crémant und Champagner. Alles andere trennt sie: die Region, die dort angebauten Rebsorten und die Entscheidungen im Keller.
Der Name sagt dir also mehr über Herkunft und Machart als über Qualität. Crémant ist eine eigene Kategorie mit eigenem Namen, keine abgestufte Version von etwas anderem. Wer die Flasche nur als günstige Alternative liest, hört beim Probieren oft gar nicht mehr hin. Dabei bringen die regionalen Rebsorten eigene Aromen und eine eigene Struktur mit. Probier eine Flasche deshalb so, als kenntest du den Vergleichsnamen gar nicht.
Crémant nach Stil und Süße auswählen
Schau auf den vollständigen Namen, etwa Crémant d’Alsace oder Crémant de Loire. Danach schau auf den Süßegrad. Sag beim Kauf, welchen Eindruck du suchst: eher frisch-fruchtig oder mit deutlicheren Reifearomen. Der Regionsname steht direkt hinter dem Wort Crémant. Genau den solltest du dir merken.
Crémant ist mehr als der Ersatz für eine teurere Flasche. Probier ihn für sich und notier, wozu du ihn gern öffnen würdest. Vergleichst du ihn mit anderem Schaumwein, nimm möglichst ähnliche Süßegrade. Dann erkennst du leichter, ob du auf den Stil reagierst oder vor allem auf den Zucker.
Die beiden wichtigen Angaben stehen auf dem Etikett meist dicht beieinander: der vollständige Herkunftsname und der Süßegrad. Der erste verrät dir die Region und damit, welche Rebsorten dahinterstehen können. Der zweite entscheidet darüber, ob das Glas schlank und herb wirkt oder runder und weicher.
Schenk den Crémant gut gekühlt ein, aber nicht eiskalt. Zu kalt verschwindet die Frucht, und übrig bleibt vor allem das Prickeln. Nimm ein Glas mit etwas Bauch, damit die Aromen Platz haben. Lass den ersten Schluck im Glas kurz wärmer werden. Nach ein paar Minuten verändert sich der Eindruck oft deutlich.

Crémant ist kein billiger Champagner
Das hartnäckigste: Crémant sei Champagner für Sparsame. Die Verwandtschaft liegt im Verfahren, nicht in der Herkunft. Und die Herkunft prägt den Geschmack mindestens ebenso stark. Zwei Crémants aus verschiedenen Regionen können weiter auseinanderliegen als ein Crémant und ein Champagner.
Das zweite: ‚Crémant schmeckt so.‘ Einen einheitlichen Crémant-Geschmack gibt es nicht. Hinter dem Begriff stehen mehrere Regionen mit eigenen Rebsorten. Gefällt dir eine Flasche nicht, ist damit nicht die ganze Kategorie erledigt. Notier lieber den vollständigen Namen vom Etikett und probier beim nächsten Mal einen anderen.
Crémant gegen Prosecco probieren
Stell zwei Flaschen nebeneinander, die im Süßegrad nah beieinander liegen, aber aus verschiedenen Regionen kommen. Schenk beide gleichzeitig ein und wechsle mehrfach hin und her. Was dir auffällt, ist der Unterschied in Rebsorte und Stil. Der Zucker ist in beiden Gläsern ja ähnlich. Dieser Vergleich macht schneller klar, worauf du reagierst, als jede Beschreibung.
Schreib nach jedem Glas zwei oder drei Stichworte auf, ruhig in deinen eigenen Worten. Ob etwas nach Apfel, nach Brotkruste oder einfach nach herb schmeckt, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass du die Notizen beim nächsten Einkauf wiederfindest. Nach drei, vier Flaschen erkennst du am vollständigen Herkunftsnamen recht zuverlässig, was dich erwartet. Der Regionsname wird für dich dann zur Abkürzung für einen bestimmten Geschmack.