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Kurz erklärt · 3 Minuten Lesezeit

Was ist Prosecco? Fruchtiger Stil, geschützte Herkunft

Prosecco ist keine allgemeine Bezeichnung für italienischen Sekt. Herkunft, Glera und Süße einordnen.

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Die kurze Antwort

Prosecco ist eine geschützte Herkunft in Nordostitalien, kein Sammelname für italienischen Sekt. Die wichtigste Traube heißt Glera. Die zweite Gärung läuft meist im Tank, und das macht den Stil fruchtig.

Was ist Prosecco? Fruchtiger Stil, geschützte Herkunft — Motiv zum Thema Schaumwein

Prosecco: Herkunft, Glera und Herstellung

Das Prosecco-DOC-Konsortium nennt Glera als Hauptrebsorte und beschreibt das Martinotti-Verfahren: Die zweite Gärung läuft in einem geschlossenen Tank. Schau auf der Flasche zusätzlich nach der genauen Herkunfts- und Süßeangabe.

Wichtig ist der Unterschied zwischen einem Herkunftsnamen und einer Stilbezeichnung. Prosecco sagt zuerst, woher der Wein kommt. Erst danach sagt er etwas darüber, wie er schmeckt. Im Alltag benutzen viele das Wort wie ein Synonym für Schaumwein. Legst du dieses Missverständnis ab, liest sich jedes Etikett leichter, weil du weißt, wonach du suchst.

Das Martinotti-Verfahren erklärt viel am Geschmack. Die zweite Gärung läuft in einem geschlossenen Tank ab. Erst danach kommt der Wein in die Flasche. Der Kohlensäuredruck entsteht also in einem großen Gebinde. Was im Glas ankommt, bleibt dadurch häufig nah an der Frucht der Glera. Es wirkt hell und direkt, selten betont hefig oder brotig.

Auf dem Rückenetikett findest du meist beides zusammen: die Herkunftsangabe und den Süßegrad. Diese zwei Angaben sagen dir mehr über die Flasche in deiner Hand als jede Beschreibung von Aromen. Nimm dir im Regal die zehn Sekunden und such sie. Sie stehen oft klein gedruckt, manchmal auch am Flaschenhals.

Extra Dry klingt trockener, als es ist

Wer möglichst wenig Süße sucht, darf sich vom englischen Namen nicht täuschen lassen. Extra Dry ist eine süßere Kategorie als Brut. Für deinen Einkauf ist das oft nützlicher als eine lange Liste von Duftnoten.

Die Skala folgt nicht dem, was das englische Wort nahelegt. ‚Extra Dry‘ klingt nach besonders trocken, liegt aber auf der süßeren Seite von Brut. Wer eine Flasche schon einmal als zu süß empfunden hat, obwohl ‚dry‘ darauf stand, hat genau diesen Effekt erlebt. Ein Fehler der Flasche ist das nicht. Es ist eine Frage der Kategorie.

Ob dir Restsüße auffällt, hängt auch von der Temperatur ab und davon, wozu du den Wein trinkst. Gut gekühlt und zu salzigem Gebäck tritt die Süße in den Hintergrund. Handwarm und für sich getrunken wird sie deutlicher. Bist du unsicher, welche Kategorie dir liegt, achte beim nächsten Glas auf den Nachklang: eher weich und rund oder eher knackig und kurz?

Schaumwein: Extra Dry klingt trockener, als es ist

Was auf einer Prosecco-Flasche steht

Such auf dem Etikett zuerst den Namen Prosecco und die zugehörige Herkunftsangabe. Steht dort nur ‚Spumante‘ oder eine allgemeine Bezeichnung für italienischen Schaumwein, hast du eine andere Kategorie vor dir. Flaschenform und Preis sehen trotzdem oft ähnlich aus. Ein Qualitätsurteil ist das nicht. Es erklärt nur, warum zwei Flaschen aus demselben Regal verschieden schmecken.

Der zweite Blick gilt der Süßeangabe. Sie steht als eigenes Wort auf dem Etikett, häufig klein und in der Nähe des Alkoholgehalts. Brut und Extra Dry nebeneinander im Regal sind der schnellste Weg zu deiner eigenen Vorliebe. Die Aromenbeschreibungen auf der Rückseite helfen dir dabei viel weniger.

Prosecco neben einem Sekt probieren

Nimm zwei Flaschen desselben Typs, die sich nur im Süßegrad unterscheiden: eine Brut, eine Extra Dry. Stell beide gleich kalt, schenk in gleiche Gläser ein und probier abwechselnd. Nach zwei Durchgängen merkst du meist klar, welche Seite dir angenehmer ist. Notier dir das Ergebnis. Dann musst du die Frage im Laden nicht jedes Mal neu stellen.

Danach kannst du dasselbe mit Essen wiederholen. Zu Oliven, Chips oder Schinken verändert sich der Eindruck beider Flaschen, und zwar nicht in dieselbe Richtung. Wer Prosecco meist zum Anstoßen trinkt, kommt oft zu einem anderen Ergebnis als jemand, der ihn zum Essen stellt. Beides ist richtig. Es ist nur eine andere Frage.

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