Die kurze Antwort
Kühl die Flasche gut durch. Beim Öffnen hältst du den Korken die ganze Zeit fest und richtest den Hals von allen Menschen weg. Ein sauberes Glas mit Platz für den Duft bringt dir mehr als eine spritzende Fontäne.

Kühlen und kontrolliert öffnen
Für Prosecco nennt das Konsortium ungefähr 6 bis 8 Grad als Servierempfehlung. Andere Stile können bei etwas anderer Temperatur besser gefallen. Die Empfehlung des Herstellers ist ein guter Anfang. Öffne die Flasche in Ruhe und halte den Korken fest, auch während du den Drahtkorb löst.
Die Kühlung ist nicht nur Geschmackssache. Sie macht das Öffnen ruhiger. Kalter Schaumwein gibt seine Kohlensäure träger ab, der Druck arbeitet weniger gegen den Korken. Eine Flasche, die den Nachmittag im warmen Auto verbracht hat, braucht danach erst einmal Zeit im Kühlschrank. Plane diese Zeit großzügig ein. Kurz vor dem Anstoßen zu improvisieren geht selten gut.
Beim Öffnen hilft eine feste Reihenfolge. Zuerst nimmst du die Folie ab. Dann legst du eine Hand auf den Korken und drehst erst jetzt den Drahtkorb auf. Ab diesem Moment bleibt der Daumen oben. Halte die Flasche leicht schräg, weg von dir und von allen anderen im Raum. Nun drehst du die Flasche gegen den festgehaltenen Korken. Ein leises Zischen zeigt, dass du die Kontrolle behalten hast.
Nicht bis zum Rand einschenken
Ein tulpenförmiges Glas ist eine brauchbare Ausgangswahl. Auch das Prosecco-Konsortium empfiehlt eine ausreichend große Tulpe. Lass Platz im Glas, damit du vorsichtig riechen kannst. Ein stark parfümiertes Spülmittel kann jeden Vergleich stören.
Reste verschließt du mit einem passenden Schaumweinverschluss und stellst sie kalt. Eine allgemeine Garantie, wie lange eine geöffnete Flasche hält, gibt es nicht. Brauchst du meist nur kleine Mengen, ist beim nächsten Einkauf eine kleinere Flasche praktisch. Eine unbekannte Flasche probierst du am besten pur, bevor sie in einem Cocktail verschwindet.
Die Tulpenform arbeitet für dich. Der bauchige Teil gibt dem Duft Raum. Oben wird das Glas enger und führt den Duft zur Nase. Deshalb füllst du es nur etwa zur Hälfte. Schenke in zwei Zügen ein und halte das Glas dabei leicht schräg. So setzt sich der Schaum schneller, und du siehst, wie viel Wein wirklich im Glas ist.
Beim Spülen gilt: Reste von parfümiertem Mittel bleiben im Glas hängen und mischen sich in den Duft. Meistens reichen klares Wasser zum Nachspülen und ein fusselfreies Tuch. Willst du zwei Flaschen vergleichen, nimm für beide dieselbe Glasform. Am Ende vergleichst du sonst die Gläser.
Bei der angebrochenen Flasche entscheidet deine Nase. Stell sie verschlossen und kalt zurück. Probiere am nächsten Tag einen kleinen Schluck, bevor du allen nachschenkst. Gefallen dir Duft und Perlage noch, ist alles gut. Sonst hast du für die nächste Gelegenheit gelernt, dass die kleinere Flasche besser zu dir passt.

Der Knall gehört nicht dazu
Der laute Knall gilt vielen als Zeichen für Feierlichkeit. Er zeigt vor allem, dass der Druck sehr schnell entwichen ist. Oft landet danach ein Teil des Inhalts auf dem Boden. Was in der Flasche bleibt, kannst du im Glas riechen und schmecken. Eine ruhig geöffnete Flasche wirkt unspektakulär und ist für den Abend die bessere Wahl.
Auch das randvolle Glas gilt oft als großzügig. Tatsächlich nimmst du dir damit den Platz, in dem sich der Duft sammelt. Außerdem musst du beim Anheben aufpassen, nichts zu verschütten. Lieber zweimal nachschenken.
Und kühl heißt nicht beliebig kalt. Die Empfehlung des Herstellers ist ein Startpunkt. Von dort aus darfst du in beide Richtungen probieren. Ob dir eine bestimmte Flasche etwas kühler oder etwas wärmer besser gefällt, merkst du nur im direkten Vergleich.
Dieselbe Flasche kalt und lauwarm probieren
Nimm eine Flasche, die du schon kennst, und schenke zwei Gläser ein. Eines kommt direkt aus dem Kühlschrank. Das zweite lässt du ein paar Minuten im Raum stehen. Rieche an beiden, bevor du trinkst. Meistens merkst du schnell, welches Glas dir mehr erzählt. Damit hast du deine eigene Temperatur für diesen Stil gefunden.
Der zweite Versuch betrifft das Glas. Fülle denselben Schaumwein in eine Tulpe und in ein Glas mit weiter Öffnung. Vergleiche, wie lange der Duft im Glas bleibt. Und hast du eine unbekannte Flasche für einen Cocktail gekauft, probiere vorher ein kleines Glas pur. Danach weißt du, was der Mixer mit ihr anstellt.