Die kurze Antwort
Irish Whiskey stammt von der irischen Insel und umfasst mehrere Stile. Dreifach destilliert ist er nicht zwangsläufig, und mild ebenfalls nicht immer. Rohstoffe, Brennverfahren und Fassreifung bestimmen den Charakter.

Eine Herkunft mit mehreren Möglichkeiten
Die geschützte Herkunft schließt Irland und Nordirland ein. Der Whiskey reift mindestens drei Jahre in Holzfässern. Innerhalb der Kategorie gibt es unter anderem Malt, Grain, Pot Still und Blends. Die Schreibweise mit e ist üblich. Ein einzelner Buchstabe beweist die Herkunft allerdings nicht. Grain Whiskey entsteht dabei aus anderem Getreide als reiner gemälzter Gerste. Blend heißt schlicht Mischung.
Dass Irland und Nordirland zusammen eine Herkunft bilden, ist eine Besonderheit. Die Kategorie folgt der Insel und nicht der Staatsgrenze. Im Regal bringt dir diese Angabe deshalb wenig. Sie sagt, wo gearbeitet wurde. Wie die Flasche schmeckt, entscheiden die Stilunterschiede, und die laufen quer zur Landkarte.
Single Malt, Pot Still oder Blend?
Single Malt entsteht aus gemälzter Gerste und stammt aus einer einzigen Brennerei. Gemälzt heißt, dass das Korn keimen durfte und danach getrocknet wurde. Pot Still Whiskey verwendet gemälzte und ungemälzte Gerste nach den geltenden Vorgaben. Blends verbinden unterschiedliche Whiskeytypen miteinander. Die drei Begriffe beschreiben Herstellung und Zusammensetzung. Eine Rangfolge von billig bis hochwertig steckt nicht darin.
Pot Still ist die irische Eigenheit ohne Entsprechung anderswo. Die Mischung aus gemälzter und ungemälzter Gerste gibt diesen Whiskeys ein dichteres, oft würziges Mundgefühl. Viele Leute beschreiben es als cremig. Wer wissen will, was irischen Whiskey ausmacht, findet hier den charakteristischsten Zugang. Auch als Gegenstück zu einem Blend eignet sich ein Pot Still gut.

Warum mild zu wenig sagt
Viele Einsteiger suchen etwas wenig Rauchiges und angenehm Fruchtiges. Irish Whiskey kann aber genauso würzig, kräftig, fassbetont oder rauchig ausfallen. Die dreifache Destillation ist verbreitet, für jede Abfüllung jedoch keine Pflicht. Frag im Laden deshalb nach Rauch, nach Alkoholstärke und nach dem Fasscharakter. Die Bitte um einen möglichst irischen Geschmack bringt dich nicht weiter. Hilfreich ist auch, zu beschreiben, was du nicht magst. Damit kann ein Verkäufer mehr anfangen als mit einer Herkunftsangabe.
Mild meint in der Praxis meist zwei Dinge auf einmal: wenig Rauch und wenig Schärfe. Beides lässt sich getrennt ansteuern. Gegen Rauch hilft die Frage nach ungetorftem Whiskey, also nach Gerste, die nicht über Torffeuer getrocknet wurde. Bei Alkoholschärfe hilft die Frage nach der Stärke. Zusammengeworfen führen beide Wünsche immer zur selben langweiligen Empfehlung.
Pur und im Cocktail auswählen
Für den ersten Vergleich nimmst du am besten kleine Proben eines Blends und eines Pot Still Whiskeys mit ähnlicher Stärke. So merkst du, was die Zusammensetzung ausmacht. Im Irish Coffee muss der Whiskey neben Kaffee, Zucker und Sahne bestehen. Der Tipperary stellt ihn neben Wermut und Kräuterlikör. Wähle die Flasche danach aus, wofür du sie brauchst. Probiere sie vor dem Kauf, sofern sich die Gelegenheit ergibt. Kleine Proben gibt es vielerorts als einzelne Fläschchen. Ein Fehlgriff kostet dich damit wenig, und du lernst trotzdem etwas über deinen Geschmack.