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Kurz erklärt · 3 Minuten Lesezeit

Bier verkosten: Duft, Körper und Bitterkeit getrennt beschreiben

Eine kurze Methode für bessere eigene Notizen statt einer einzigen Sternezahl.

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Die kurze Antwort

Probier kleine Mengen aus einem sauberen Glas. Beschreib Duft, Mundgefühl und Nachgeschmack getrennt voneinander. Die Farbe allein ist keine Bewertung. Sie verrät dir etwas über das Malz und sonst wenig.

Bier verkosten: Duft, Körper und Bitterkeit getrennt beschreiben — Motiv zum Thema Bier

Was du vor dem Schluck wahrnimmst

Riech, bevor du trinkst. Vier Richtungen reichen für den Anfang: brotig, fruchtig, würzig oder röstig. Die Getreide- und Röstnoten kommen vom Malz. Bei Weizenbier fallen zusätzlich Gäraromen auf, also Düfte, die während der Gärung durch die Hefe entstehen.

Eine Trübung im Glas irritiert viele Menschen. Je nach Stil ist sie erwartbar und völlig normal. Ein Qualitätsfehler steckt nicht automatisch dahinter. Schau also zuerst nach, was für ein Bier du überhaupt vor dir hast.

Die Farbe zählt dabei nicht als Urteil. Sie zeigt dir nur, wie stark das Malz erhitzt wurde. Über die Stärke oder die Güte sagt hell oder dunkel nichts. Notier sie kurz und geh weiter zum Duft.

Das Glas entscheidet mit, wie viel du überhaupt riechst. Ein Glas, das sich nach oben leicht verengt, hält den Duft fest. Ein gerades Stangenglas gibt ihn nach oben ab. Für eine Verkostung reicht deshalb ein kleines Weinglas. Es ist dafür besser geeignet als die meisten Biergläser.

Zwei Kleinigkeiten helfen dir mehr als teures Zubehör. Nimm ein sauber gespültes Glas. Und schenk nur wenig ein. Aus einer kleinen Menge riechst du deutlicher, und du kannst mehrere Biere nebeneinanderstellen.

Mundgefühl und Nachgeschmack in eigenen Worten

Nach dem Schluck stellst du dir drei Fragen. Wirkt das Bier leicht oder voll? Wie lebhaft ist die Kohlensäure? Und wie lange bleibt die Bitterkeit? Mehr brauchst du nicht, um später etwas Ähnliches oder bewusst anderes zu bestellen.

Die Temperatur verändert dabei mehr, als die meisten erwarten. Viele Biere landen zu kalt im Glas. Bei 6 bis 8 Grad treten Malz und Hopfen deutlich hervor. Bei 4 Grad schmeckt fast alles gleich. Lass ein Glas fünf Minuten stehen und probier noch einmal. Der Unterschied überrascht die meisten.

Vergleich nur, was vergleichbar ist. Zwei Proben sollten ähnlich temperiert und ähnlich frisch sein. Ein warmes Bier gegen ein eiskaltes zu stellen, verfälscht dein Urteil. Dasselbe gilt für eine lange offene Flasche neben einer frisch geöffneten.

Schreib Etikett und eigene Beobachtung auf, bevor du fremde Bewertungen liest. Sonst findest du hinterher vor allem das, was andere schon beschrieben haben. „Fruchtiger Duft, aber zu bitter für mich“ sagt dir in einem halben Jahr mehr als zwei Sterne. Der Satz nennt einen Grund, die Sternezahl nicht.

Trenn deinen Geschmack von der Herstellung. Ein Bier kann handwerklich einwandfrei gemacht sein und dir trotzdem nicht schmecken. Das ist eine Frage der Passung und kein Mangel. Umgekehrt musst du einen gefeierten Stil nicht mögen, nur weil andere ihn hoch bewerten. Deine Notiz gilt für dich, und genau dafür ist sie da.

Bier: Mundgefühl und Nachgeschmack in eigenen Worten

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