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Kurz erklärt · 4 Minuten Lesezeit

Was ist Bourbon? Nicht jeder amerikanische Whiskey heißt so

Maisanteil, neue ausgebrannte Eichenfässer und Herkunft nach den US-Regeln einordnen.

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Die kurze Antwort

Bourbon kommt aus den USA. Zwei Anforderungen stehen im Zentrum: mindestens 51 Prozent Mais in der Getreidemischung und neue Eichenfässer, die innen ausgebrannt sind.

Was ist Bourbon? Nicht jeder amerikanische Whiskey heißt so — Motiv zum Thema Whisky

Bourbon: Maisanteil und neue Eichenfässer

Bourbon wird mit höchstens 80 Volumenprozent destilliert und mit höchstens 62,5 Prozent ins Fass gefüllt. In der Flasche sind mindestens 40 Prozent vorgeschrieben. Für Straight Bourbon gilt eine Lagerung von mindestens zwei Jahren. Ohne diesen Zusatz gilt die Mindestdauer nicht pauschal.

Die Zahlen gehören zu verschiedenen Stationen: eine zum Brennen, eine zum Befüllen des Fasses, eine zum Abfüllen in die Flasche. Es sind Grenzwerte und keine Sollwerte. Nach oben ist Schluss, nach unten hat eine Brennerei Spielraum. Allein das Wort Bourbon sagt dir deshalb noch nicht, wie stark die Flasche vor dir tatsächlich ist.

Neu heißt bei den Fässern: Vorher war kein Bourbon darin. Für diesen Zweck kommt ein Fass also nur ein einziges Mal zum Einsatz. Ausgebrannt heißt, dass die Innenseite vor dem Befüllen abgeflammt wurde. Beide Punkte gehören zur Definition und sind keine Stilentscheidung einzelner Häuser. Wer Bourbon auf das Etikett schreibt, hat sie erfüllt.

Straight Bourbon trägt die Mindestlagerzeit von zwei Jahren gewissermaßen im Namen. Fehlt das Wort, fehlt dir diese Auskunft. Der Whiskey kann jünger sein, er muss es aber nicht. Interessiert dich das Alter, such zuerst nach dem Wort Straight. Die Schriftgröße des Markennamens hilft dir dabei nicht.

Kentucky ist keine allgemeine Pflicht

Die Bundesregel verlangt die USA als Herkunft. Kentucky allein ist nicht vorgeschrieben. Lies deshalb die konkrete Herkunft auf dem Etikett und nimm den bekannten Bundesstaat nicht als Definition.

Für den Geschmack würde ich zusätzlich nach der Fassprägung und der Stärke fragen. Ist dir eine kräftige Abfüllung zu intensiv, sagt das wenig über jeden Bourbon aus. Eine kleine Probe mit etwas Wasser hilft beim Vergleich. Notiere den vollständigen Namen. Zusätze wie Straight oder Barrel Proof beschreiben verschiedene Eigenschaften und sind keine austauschbare Werbung.

Ein Bundesstaat auf der Flasche ist eine zusätzliche Angabe zur Herkunft, keine Bedingung für die Kategorie. Eine Abfüllung ohne Kentucky im Namen ist deshalb kein halber Bourbon. Sie ist schlicht woanders in den USA entstanden. Wer den Bundesstaat sucht, findet ihn meist im Kleingedruckten und nicht in der großen Zeile.

Praktisch hilft ein kurzer Notizzettel mehr als jede Verkostungsnotiz aus dem Netz. Schreib den vollständigen Namen auf, dazu die Prozentangabe und die Zusätze, die daraufstehen. Beim nächsten Mal weißt du, ob dir die kräftige Abfüllung nicht gefallen hat oder dieser eine Bourbon. Das eine ist ein Urteil über eine Kategorie, das andere über eine Flasche.

Whisky: Kentucky ist keine allgemeine Pflicht

Woran du echten Bourbon erkennst

Geh das Etikett in einer festen Reihenfolge durch. Zuerst kommt das Wort Bourbon selbst. Dann ein mögliches Straight davor, danach die Prozentangabe, zuletzt die Herkunftsangabe. Diese vier Punkte decken ab, worum es in den Regeln geht: Getreide und Fass sind mit der Kategorie geklärt, Alter und Stärke stehen getrennt daneben.

Alles andere auf der Flasche ist Name, Gestaltung und Erzählung. Begriffe, die keine dieser vier Angaben ersetzen, kannst du beim Vergleich zweier Flaschen getrost übergehen. Liegen zwei Abfüllungen in Alter und Stärke ähnlich und du bist trotzdem unsicher, frag im Laden nach der Fassbehandlung. Die Ausstattung der Flasche bringt dich nicht weiter.

Nicht jeder amerikanische Whiskey ist Bourbon

Mindestens 51 Prozent Mais heißt nicht, dass Bourbon ein reiner Maisbrand ist. Der Rest der Getreidemischung ist nach oben offen und fällt von Haus zu Haus anders aus. Zwei Flaschen, die beide die Regel erfüllen, können deshalb ziemlich unterschiedlich schmecken. Falsch etikettiert ist darum keine von beiden.

Auch Barrel Proof ist kein Qualitätssiegel. Der Zusatz beschreibt die Stärke der Abfüllung, sonst nichts. Über die Lagerdauer sagt er nichts, und ob dir der Whiskey schmeckt, erst recht nicht. Kommt dir eine solche Flasche zu wuchtig vor, probier dieselbe Marke ohne diesen Zusatz, bevor du die ganze Kategorie abschreibst.

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