Zubereitung
- Das Servierglas vorkühlen. Alle Zutaten mit reichlich Eis in ein Rührglas geben.
- Mit einem langen Löffel rühren, bis die Mischung gut kalt und leicht verdünnt ist, als Ausgangspunkt etwa 20–30 Sekunden.
- Durch ein Barsieb ohne das Rühreis ins gekühlte Glas abseihen.
- Zum Abschluss garnieren: Orangenzeste, alternativ Zitronenzeste.
Wie schmeckt er?
Bitter ist der Grundton, und der kommt vom roten Bitterlikör. Süßer Wermut fängt ihn mit Kräutern und etwas Süße wieder auf. Der Whiskey bringt die Wärme: Bourbon gibt Vanille und Karamell aus dem Fass mit, würziger Rye eher Pfeffer. Zusammen ergibt das einen runden, weichen Bitterdrink. Saft kommt keiner ins Glas, alle drei Zutaten sind Alkohol. Deshalb schmeckt der Boulevardier konzentriert und bleibt lange am Gaumen. Gerührt statt geschüttelt ist er außerdem glatt und ganz ohne Schaum. Gegen Ende, wenn etwas Schmelzwasser dazukommt, wird er weicher.
Wann passt er?
Der Boulevardier ist etwas für Leute, die Bitteres mögen. Er passt vor dem Essen als Aperitif und ebenso gut danach, in einen ruhigen Abend. An kühlen Tagen kommt seine Wärme besonders zur Geltung. Einsteigern ist er oft zu herb; beim ersten Versuch hilft dann etwas mehr Wermut. Kräftig bleibt er trotzdem, denn verdünnt wird nur mit Schmelzwasser.
Worauf es ankommt
Rühre lange genug, als Ausgangspunkt 20 bis 30 Sekunden. Der Drink braucht dieses Schmelzwasser, sonst schmeckt er hart und der Alkohol sticht. Ändere beim Ausprobieren immer nur eine Zutat. Vergleiche zuerst die Whiskeybasis: Bourbon macht den Boulevardier süßlicher und weicher, Rye macht ihn kantiger und würziger. Erst danach lohnt es sich, Wermut oder Bitterlikör zu tauschen.

Woher der Drink kommt
Der Boulevardier ist seit 1927 dokumentiert. Verbunden wird er mit Erskine Gwynne, einem Amerikaner, der in Paris lebte. Sein Name knüpft an Gwynnes Pariser Zeitschrift und an das gesellschaftliche Umfeld jener Jahre an. Auch die Zutaten passen dazu: amerikanischer Whiskey, italienischer Bitteraperitif und Wermut, also zwei Barkulturen in einem Glas. Historisch ist er deshalb mehr als ein Negroni, bei dem jemand den Gin gegen Whiskey getauscht und das Ergebnis neu benannt hat.
