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Cognac · Schütteln

Sidecar

Cognac, Orangenlikör und frischer Zitronensaft, geschüttelt und kalt in die Schale gegossen. Der Sidecar ist ein Sour: Spirituose, Süße und Zitrone in einem Glas. Sauer, kräftig und mit drei Zutaten schnell gemacht.

Stand: · London und Paris, frühe 1920er-Jahre

Sidecar im Cocktailschale

Zubereitung

  1. Das Servierglas vorkühlen. Die abgemessenen Zutaten in einen Shaker geben.
  2. Reichlich feste Eiswürfel hinzufügen und etwa 10–15 Sekunden kräftig schütteln.
  3. Durch ein Barsieb ins vorgekühlte Glas abseihen; das Schütteleis bleibt im Shaker.

Wie schmeckt er?

Der erste Eindruck ist Säure. Zwanzig Milliliter frischer Zitronensaft machen den Drink spitz und wach. Gleich danach kommt der Orangenlikör und legt Süße dagegen, beide Mengen sind gleich groß. Darunter steht der Cognac mit 50 ml, weich, fruchtig und mit Noten aus dem Fass. Er hat die Mehrheit im Glas und bestimmt den Grundton. Wasser oder Soda gibt es nicht, nur das Schmelzwasser vom Schütteln. Deshalb schmeckt der Sidecar kräftig, trotz der Zitrone. Am Ende bleiben Orangennoten und ein trockener, leicht bitterer Rest.

Wann passt er?

Der Sidecar passt vor dem Essen und an den frühen Abend. Er ist sauer und stark, also nichts für Leute, die süße Cocktails suchen. Einsteiger kommen zurecht, wenn sie Zitrone mögen. Wer Cognac bisher nur pur kennt, erlebt ihn hier von einer frischen Seite. Die Portion ist klein, trink sie kalt und zügig.

Worauf es ankommt

Nimm frisch gepressten Zitronensaft, nichts aus der Flasche. Der Unterschied ist bei drei Zutaten sofort zu schmecken. Schüttle mit reichlich festem Eis rund 15 Sekunden, dann ist der Drink kalt genug und richtig verdünnt. Einen Zuckerrand siehst du oft, dieses Rezept sieht ihn nicht vor. Probiere zuerst die Balance aus Cognac, Likör und Saft, bevor du daran etwas änderst.

Sidecar — Detail

Woher der Drink kommt

Gedruckte Rezepte für den Sidecar gibt es seit 1922. Bars in London und in Paris werden mit seiner Entstehung verbunden, ebenso mehrere Bartender. Wer ihn wirklich zuerst mixte, bleibt offen. Beliebt ist die Erzählung von einem Gast, der im Beiwagen eines Motorrads zur Bar kam. Belegt ist sie nicht, sie bleibt eine Überlieferung. Sicher ist dagegen sein Bau: Weinbrand, Orangenlikör und Zitrone. Diese Dreierkombination findest du in einer ganzen Reihe späterer Klassiker wieder.

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