Die kurze Antwort
Cognac und Armagnac sind zwei französische Weinbrände. Jeder stammt aus einer eigenen geschützten Gegend und folgt eigenen Herstellungsregeln. Cognac ist kein Sammelwort für jede braune Spirituose.

Herkunft vor Markenname
Beide fangen mit Wein an, kommen aber aus verschiedenen Regionen. Der Wein wird gebrannt und danach in Holzfässern gelagert. Diese Lagerung prägt den späteren Stil, und Armagnac hat dabei eine eigenständige Tradition neben Cognac.
Der wichtigste handwerkliche Unterschied liegt beim Brennen. Cognac wird traditionell zweimal in Brennblasen destilliert. Armagnac läuft meist einmal durch eine Kolonne.
Eine Brennblase ist ein großer Kessel, den man befüllt, leert und wieder befüllt. Die Kolonne arbeitet dagegen ohne Unterbrechung durch. Beides sind Geräte zum Destillieren, sie gehen nur unterschiedlich vor.
Zweimal brennen ergibt ein feineres, glatteres Destillat. Einmal brennen lässt mehr vom Ausgangswein durch und bringt oft kräftigere, rustikalere Brände hervor. Besser ist keines von beiden. Es sind zwei Handschriften.
Armagnac ist außerdem die ältere der beiden Traditionen und wird in deutlich kleineren Mengen erzeugt. Den Cognac-Markt prägen große Marken. Beim Armagnac triffst du häufiger auf einzelne Erzeuger und auf Jahrgangsabfüllungen. Eine Jahrgangsabfüllung stammt dabei aus einem einzigen Erntejahr.
Einen passenden Einstieg finden
Frag zuerst nach einer kleinen Probe und einer verständlichen Stilbeschreibung. Eher fruchtig, deutlich holzig oder kräftig? Eine Altersangabe allein beantwortet diese Frage nicht.
Vergleiche möglichst ähnliche Stärken und lies den genauen Namen der Abfüllung. Eine traditionsreiche Herkunft ist eine interessante Information. Ein Grund, eine Probe gegen den eigenen Geschmack zu bewerten, ist sie nicht.
Auch im Cocktail hat ein Weinbrand seinen Platz. Entscheide deshalb zuerst, wie du ihn verwenden möchtest, und erst danach über die Flasche. Diese Reihenfolge spart Geld und Enttäuschung.
Kauf beim ersten Mal keine große Flasche. Kleine Abfüllungen oder eine Probe im Fachgeschäft kosten weniger und beantworten dieselbe Frage.

Brandy, Weinbrand und Cognac
Brandy und Weinbrand sind die breiteren Begriffe. Cognac ist an eine bestimmte französische Herkunft und an eigene Herstellungsregeln gebunden. Armagnac hat wiederum eine andere Herkunft und Tradition. Ein spanischer Brandy wird deshalb nicht dadurch zum Cognac, dass er ähnlich aussieht. Entscheidend ist die Kategorie auf dem Etikett und nicht die Farbe im Glas.
Calvados gehört gar nicht erst in diese Gruppe. Er beginnt mit vergorenen Äpfeln oder Birnen und nicht mit Wein.
Beim Einkauf schaust du also zuerst auf die Kategorie. Alter, Fass und Stil kommen danach. Für einen Cocktail kann ein anderer Weinbrand funktionieren, verändert dabei aber unter Umständen Aroma und Balance. Nenne ihn dann eine bewusste Variante.
Die Buchstabenkürzel helfen bei der Einordnung. VS steht für die kürzeste vorgeschriebene Reifung, VSOP für eine längere, XO für eine deutlich längere. Sie beziehen sich auf den jüngsten Bestandteil der Mischung. Der Rest kann älter sein. Eine hohe Stufe sagt dir also, wie lange mindestens gereift wurde.
Zwei Flaschen derselben Kategorie lassen sich damit brauchbar vergleichen. Zwischen zwei Häusern taugt das Kürzel dafür nicht, weil jedes Haus anders mischt.