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Kurz erklärt · 3 Minuten Lesezeit

Rum verkosten: Vier Beobachtungen statt langer Aromalisten

Farbe, Duft, Mundgefühl und Nachklang getrennt betrachten und den eigenen Eindruck festhalten.

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Die kurze Antwort

Nimm kleine Proben und vergleiche sie unter gleichen Bedingungen. Notiere Farbe, Duft, Süßeindruck und Alkoholstärke getrennt voneinander. Sonst landet am Ende alles in einem einzigen Wort wie mild oder kräftig.

Rum verkosten: Vier Beobachtungen statt langer Aromalisten — Motiv zum Thema Rum

Farbe nicht überbewerten

Die Farbe eines Rums entsteht nicht nur im Fass. Mehrere Schritte der Herstellung können sie beeinflussen. Als Beweis für Alter oder Qualität taugt sie deshalb nicht.

Notiere sie trotzdem, aber als das, was sie ist: eine Beobachtung ganz am Anfang. Vergleichst du später zwei Proben und eine davon war dunkler, willst du wissen, ob dich das beim Urteil beeinflusst hat. In der Notiz steht die Farbe als Erinnerung an deine eigene Erwartung, nicht als Bewertung.

Das Auge urteilt nämlich schneller als die Nase. Wer weiß, dass ihm das passiert, kann gegensteuern. Deshalb lohnt es sich, die Farbe aufzuschreiben und dann bewusst beiseitezulegen.

Ein einfacher Ablauf

Rieche zuerst mit etwas Abstand zum Glas. Nimm dann eine sehr kleine Menge in den Mund und frag dich zwei Dinge: Was fällt zuerst auf? Was bleibt am längsten?

Schreib kurz auf, was du merkst. ‚Fruchtig, wenig Holz, zu kräftig‘ hilft dir beim nächsten Einkauf mehr als eine abgeschriebene Liste mit zehn Aromen. Notiere möglichst sofort. Was du erst später aufschreibst, ist schon die Erinnerung an einen Eindruck.

Halte Hersteller, Abfüllung und Stärke fest. Vergleichst du zwei Produkte, sollten beide eine ähnliche Alkoholstärke haben. Andernfalls vergleichst du vor allem den Alkohol.

Zwei Proben reichen für den Anfang völlig aus. Viele Gläser nebeneinander klingen nach mehr Erkenntnis. Meist führen sie dazu, dass du keines davon richtig anschaust.

Das Glas ist wichtiger, als es klingt. Ein Gefäß, das sich nach oben verengt, bündelt den Duft. Aus einem geraden Glas entweicht er. Beim Vergleich genügt es, wenn beide Proben im selben Glastyp stehen. Welcher Typ es ist, entscheidet dann nicht mehr mit.

Bei höherer Alkoholstärke lohnt eine zweite Probe mit Wasser. Ein paar Tropfen genügen, gieß nicht auf gut Glück nach. Was sich dabei öffnet, hättest du sonst nie bemerkt. Und was verschwindet, sagt ebenfalls etwas über die Abfüllung.

Im nächsten Schritt kannst du eine Probe im vorgesehenen Cocktail ausprobieren. Das sind zwei getrennte Urteile. Pur interessant und im Drink passend müssen nicht zusammenfallen.

Rum: Ein einfacher Ablauf

Warum vier Beobachtungen reichen

Aromalisten mit zwanzig Begriffen lesen sich beeindruckend. Beim nächsten Einkauf helfen sie trotzdem nicht weiter. Farbe, Duft, Süßeindruck und Stärke sind vier Dinge, die du zuverlässig auseinanderhalten kannst. Aus diesen vier Beobachtungen lässt sich eine Entscheidung ableiten.

Je öfter du vergleichst, desto mehr fällt dir von selbst auf. Der Rest kommt also mit der Zeit und muss nicht am ersten Abend da sein.

Schreib in eigenen Worten. ‚Erinnert mich an Backobst‘ ist eine brauchbare Notiz, auch wenn kein Fachbuch sie so formuliert. Übernimm keine fremde Beschreibung, bevor du selbst gerochen hast. Wer ‚Vanille‘ liest, findet sie meistens.

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