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Kurz erklärt · 4 Minuten Lesezeit

Schwarzriesling ist kein dunkler Riesling

Schwarzriesling, Müllerrebe und Pinot Meunier einordnen: eine rote Rebsorte mit einem leicht missverständlichen Namen.

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Die kurze Antwort

Schwarzriesling ist eine rote Rebsorte aus der Burgunderfamilie. Sie heißt auch Müllerrebe oder Pinot Meunier. Mit dem weißen Riesling hat sie nichts zu tun. Der Name führt hier nur in die Irre.

Schwarzriesling ist kein dunkler Riesling — Motiv zum Thema Rebsorten

Ein Name, mehrere Zusammenhänge

In Deutschland wächst Schwarzriesling vor allem in Württemberg. In der Champagne kennt man dieselbe Sorte als Meunier, dort wird Champagner daraus. Derselbe Sortenname taucht also in sehr verschiedenen Getränken auf.

Als roter Stillwein, also als Wein ohne Kohlensäure, gilt Schwarzriesling als fruchtig und fein. Es gibt trockene und fruchtsüße Varianten. Wer nur nach dem Namen greift, sollte deshalb Weinart und Süße nachlesen.

Ein Rebsortenname ist keine Geschmacksangabe. Schwarzriesling, Müllerrebe und Pinot Meunier meinen dieselbe rote Sorte. Welcher der drei Namen auf dem Etikett steht, hängt vor allem an der Herkunft des Weins. Kennst du alle drei, fällt dir im Regal schneller auf, dass es keine drei verschiedenen Weine sind.

Der zweite Teil der Verwirrung kommt von der Getränkeart. Unter dem Sortennamen begegnet dir ein Champagner oder ein roter Stillwein aus Württemberg. Das sind zwei völlig verschiedene Abende. Die Rebsorte allein verrät dir nicht, was in der Flasche steckt. Lies also zuerst, welche Art Wein es ist. Die Sorte kommt danach.

Wie du eine Verwechslung vermeidest

Deine Gäste wünschen sich Riesling? Dann ist Schwarzriesling kein Ersatz, auch wenn die Namen ähnlich aussehen. Möchtest du dagegen einen Rotwein erkunden, frag nach einer fruchtbetonten Ausprägung. Beschreib dabei das Mundgefühl, das du suchst.

Der Vergleich mit Spätburgunder lohnt sich. Fang mit dem Eindruck im Glas an. Einen Stammbaum musst du nicht herausschmecken. Zwei verwandte Sorten sind noch lange nicht gleich. Du darfst eine davon klar bevorzugen oder beide zu verschiedenen Gelegenheiten mögen.

An der Weintheke kommst du weiter, sobald du dein Ziel beschreibst: ein eher leichter Roter, fruchtbetont, trocken oder mit spürbarer Restsüße. Der Sortenname allein lässt zu viel offen. Schwarzriesling gibt es trocken und fruchtsüß. Sag ruhig dazu, ob der Wein zum Essen passen soll oder allein im Glas bestehen muss.

Erwarten Gäste Riesling und bekommen einen roten Wein, liegt die Enttäuschung an der Erwartung. Ein Satz beim Einschenken räumt das aus: rote Sorte aus der Burgunderfamilie, trotz des Namens etwas ganz anderes als der weiße Riesling. Danach probiert jeder unbefangen. Die Namensfrage ist vom Tisch.

Rebsorten: Wie du eine Verwechslung vermeidest

So findest du einen Schwarzriesling, der dir schmeckt

Die Reihenfolge der vier Schritte ist der eigentliche Trick: Weinart und Süße klärst du, bevor überhaupt jemand die Rebsorte erwähnt.

Beim nächsten Einkauf brauchst du diese Schritte kaum noch bewusst. Übrig bleibt die Gewohnheit, ein Etikett von der Weinart her zu lesen. Der Sortenname kommt zuletzt. Diese Reihenfolge schützt dich bei allen Sorten, deren Namen mehr versprechen, als sie halten.

So findest du einen Schwarzriesling, der dir schmeckt
SchrittKonkrete Frage oder Handlung
Im GesprächWelchen Stil zeigt diese rote Burgundersorte?
Auf dem EtikettSchwarzriesling ist keine rote Variante des weißen Rieslings.
Beim ProbierenGefällt mir die konkrete rote Frucht und Struktur?
Dein VergleichAuch unter Müllerrebe oder Pinot Meunier nach derselben Sorte suchen.

Schwarzriesling hat nichts mit Riesling zu tun

Das größte Missverständnis steckt im Namen. Die Silbe Riesling lässt viele an eine dunkle Spielart des weißen Rieslings denken. So ist es nicht. Über die Süße sagt der Name ebenfalls nichts. Es gibt trockene und fruchtsüße Weine aus dieser Sorte, und beide tragen dasselbe Wort auf dem Etikett.

Der zweite Irrtum betrifft die Burgunderfamilie. Schwarzriesling und Spätburgunder gehören zusammen. Der eine kann den anderen trotzdem nicht ersetzen. Verwandtschaft erklärt Ähnlichkeiten, garantieren tut sie nichts. Und noch ein Hinweis: Müllerrebe hat nichts mit Müller-Thurgau zu tun. Die beiden Namen rutschen im Gedächtnis gern zusammen.

Schwarzriesling neben einen Spätburgunder stellen

Stell zwei Flaschen nebeneinander: einen Schwarzriesling und einen Spätburgunder. Beide trocken, beide aus ähnlicher Preislage. Schenk kleine Mengen ein und trink im Wechsel. Achte weniger auf Aromen, die du benennen kannst, und mehr auf das Gefühl im Mund. Wirkt der Wein schwer oder schlank? Und wie lange bleibt der Eindruck?

Ein zweiter Vergleich ist genauso reizvoll: ein trockener gegen einen fruchtsüßen Schwarzriesling. Hier merkst du sofort, wie stark der Ausbau das Bild der Sorte verschiebt. Notiere in beiden Fällen ein paar Stichworte. Sonst verschwimmen die Eindrücke nach dem dritten Schluck. Und einen Lieblingswein musst du nie begründen.

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