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Kurz erklärt · 3 Minuten Lesezeit

Grüner, schwarzer, weißer Tee und Oolong: Was unterscheidet sie?

Eine Teepflanze, verschiedene Verarbeitungen – und warum Pfefferminztee botanisch etwas anderes ist.

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Die kurze Antwort

Grüner, schwarzer und weißer Tee und auch Oolong stammen von derselben Pflanze, der Camellia sinensis. Unterschiedlich ist nur, was nach der Ernte mit den Blättern geschieht. Kräuter- und Früchteaufgüsse kommen dagegen von ganz anderen Pflanzen.

Grüner, schwarzer, weißer Tee und Oolong: Was unterscheidet sie? — Motiv zum Thema Kaffee & Tee

Eine Pflanze, verschiedene Verarbeitungen

Vier Namen, eine Pflanze. Grüner Tee, schwarzer Tee, weißer Tee und Oolong wachsen alle an der Camellia sinensis. Was am Ende so verschieden schmeckt, entscheidet sich erst nach dem Pflücken.

Der wichtigste Punkt dabei heißt Oxidation. Gemeint ist derselbe Vorgang, der einen aufgeschnittenen Apfel braun werden lässt. Stoffe im Blatt reagieren mit dem Sauerstoff aus der Luft. Farbe und Duft verändern sich dabei deutlich.

Bei grünem Tee wird dieser Vorgang früh begrenzt. Die Blätter kommen kurz nach der Ernte in die Hitze, und danach oxidiert kaum noch etwas. Deshalb bleibt das Blatt grün.

Schwarzer Tee bekommt genau die Zeit, die dem grünen fehlt. Die Oxidation läuft gezielt durch, bevor die Blätter getrocknet werden. Oolong liegt dazwischen, denn dort wird sie auf halbem Weg unterbrochen.

Weißer Tee folgt wiederum einer eigenen Verarbeitung. Er wird kaum bearbeitet. Weder erhitzt man ihn früh wie grünen Tee noch lässt man ihn gezielt durchoxidieren wie schwarzen. Er bleibt so weit wie möglich sich selbst überlassen.

Aus einer einzigen Pflanze werden so ganz verschiedene Getränke. Entscheidend ist der Zeitpunkt, an dem jemand die Oxidation stoppt.

Pfefferminze, Kamille und Rooibos gehören nicht in diese Reihe. Sie stammen von anderen Pflanzen und sind streng genommen gar kein Tee. Im Alltag sagt trotzdem jeder Tee dazu, und das ist auch kein Problem. Praktisch wird der Unterschied beim Koffein: Was überhaupt im Aufguss sein kann, entscheidet die Pflanze und nicht das Wort auf der Packung.

Die Sorte allein schreibt den Geschmack nicht vor

Die Gruppe verrät dir, wie verarbeitet wurde. Wie die konkrete Tasse schmeckt, verrät sie nicht. Dafür reden Herkunft, Blattmaterial und Zubereitung mit.

Der Satz „grüner Tee schmeckt immer bitter“ ist deshalb genauso ungenau wie „schwarzer Tee schmeckt immer stark“. Schon innerhalb einer Gruppe liegen die Ergebnisse weit auseinander. Zwei grüne Tees aus verschiedenen Herkünften können sehr verschieden schmecken.

Gieß zum Einstieg je eine klar beschriebene Sorte auf, und zwar genau nach Packungsanweisung. Klar beschrieben heißt: Auf der Packung stehen Angaben zu Menge, Wassertemperatur und Ziehzeit. Fehlen sie, fehlt dir der Ausgangspunkt für jeden Vergleich.

Vergleiche am besten am selben Abend. Unser Geruchssinn arbeitet im direkten Nebeneinander viel genauer als über zwei getrennte Tage hinweg.

Achte beim Probieren auf Duft und Mundgefühl. Riecht der Aufguss eher hell und frisch oder eher dunkel? Fühlt er sich weich an, oder zieht er im Mund zusammen? Solche Beobachtungen bringen dich weiter als die Suche nach Gesundheitsversprechen.

Notiere dir nach jedem Versuch einen einzigen Satz. Nach ein paar Sorten siehst du dein eigenes Muster. Dieses Muster führt dich im Laden schneller ans richtige Regal als jede Sortenkunde.

Kaffee & Tee: Die Sorte allein schreibt den Geschmack nicht vor

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