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Kurz erklärt · 4 Minuten Lesezeit

Ein Weinetikett lesen: Welche Angaben helfen?

Rebsorte, Herkunft, Jahrgang, Alkohol und Süße: So findest du die Informationen, die für deine Auswahl wichtig sind.

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Die kurze Antwort

Ein Etikett verrät vor allem die Herkunft, den Erzeuger oder Abfüller und den Alkoholgehalt. Je nach Wein stehen dort auch Rebsorte, Jahrgang und eine Angabe zur Süße. Die größte Schrift ist dabei selten die wichtigste Information.

Ein Weinetikett lesen: Welche Angaben helfen? — Motiv zum Thema Weinwissen

In welcher Reihenfolge du liest

Nimm die Flasche und lies in einer festen Reihenfolge. Zuerst die Art des Weins und die Angabe zur Süße. Dann Rebsorte und Herkunft, falls sie genannt sind. Der Jahrgang kommt danach. Er hilft dir, eine bestimmte Flasche wiederzufinden, und ist keine Schulnote. Zuletzt der Name des Betriebs: Den brauchst du, falls du später nach demselben Wein fragst.

Große Wörter sind keine Garantie. Reserve klingt nach mehr, und eine schwere Flasche fühlt sich nach mehr an. Was so ein Begriff wirklich verlangt, legt das Herkunftsgebiet fest, also die Region, aus der der Wein kommt. Diese Regeln sind von Gebiet zu Gebiet verschieden. Kennst du sie nicht, frag lieber nach, statt zu raten.

Die Reihenfolge hat einen einfachen Grund. Art und Süße entscheiden zuerst, ob die Flasche zu deinem Anlass passt. Ein trockener und ein süßer Wein aus derselben Rebsorte sind am Tisch zwei verschiedene Getränke. Rebsorte und Herkunft grenzen danach die Richtung ein. Jahrgang und Betrieb stehen am Ende, weil sie vor allem beim Wiederfinden helfen.

Das Größte auf dem Etikett ist oft nur ein Name, der gut klingen soll. Die Angaben, die du suchst, stehen meist kleiner und unauffälliger. Lies also bewusst auch die Zeilen, über die dein Blick sonst hinweggeht. Fehlt eine Angabe ganz, ist der Wein deswegen nicht schlechter. Nicht jede Information muss auf jedem Etikett stehen.

Was oft auf der Rückseite steht

Auf der Rückseite findest du häufig eine Beschreibung in normalen Worten. Dazu kommen Hinweise zum Ausbau und Angaben zum Abfüller. Ausbau heißt: wie der Wein nach der Gärung gereift ist, etwa im Holzfass oder im Stahltank. Wörter wie fein oder elegant helfen dir dagegen erst, wenn sie zu deinen eigenen Erfahrungen passen.

Speicherst du eine Lieblingsflasche, fotografiere beide Seiten. Notiere dazu, wo du sie gekauft oder getrunken hast. So findest du später genau diese Variante wieder und nicht bloß einen ähnlich klingenden Namen. Gerade bei mehreren Weinen aus demselben Haus verhindert das Verwechslungen.

Der Text auf der Rückseite kommt zum großen Teil vom Erzeuger oder Abfüller selbst. Nützlich sind daran die überprüfbaren Teile: wer abgefüllt hat und wie der Wein gereift ist. Die Geschmackswörter behandelst du am besten wie eine Vorhersage. Trink den Wein, lies den Text danach noch einmal und prüfe, ob elegant für dich getroffen hat, was im Glas war.

Beim Fotografieren lohnt sich etwas Sorgfalt, damit die kleine Schrift lesbar bleibt. Halte die Flasche leicht schräg, dann spiegelt der Blitz nicht im Glas. Mach lieber ein Bild zu viel als eines zu wenig. Ein kurzer Vermerk zu Datum und Anlass hilft zusätzlich. An den Abend erinnerst du dich Monate später eher als an den Namen auf dem Etikett.

Weinwissen: Was oft auf der Rückseite steht

Etikettangaben, die oft falsch gelesen werden

Der häufigste Irrtum betrifft den Jahrgang. Viele lesen ihn wie eine Note und suchen nach dem besseren Jahr. Auf dem Etikett ist er zunächst nur eine Angabe. Sie unterscheidet eine Flasche von der nächsten. Wichtig wird er vor allem beim zweiten Kauf. Stehen zwei Jahrgänge desselben Weins nebeneinander im Regal, sagt dir die Zahl, welchen du schon kennst.

Der zweite Irrtum betrifft die Aufmachung. Schweres Glas, geprägtes Papier und das Wort Reserve wirken zusammen sehr hochwertig. Verlässlich ist daran nichts. Was eine Bezeichnung verlangt, regeln die Vorgaben des jeweiligen Herkunftsgebiets. Ohne dieses Wissen bleibt der Eindruck eine Vermutung, und die kostet im Zweifel Geld.

So wendest du das im Laden an

Nimm die Flasche in die Hand und dreh sie einmal ganz herum. Vorne suchst du die Art des Weins und die Angabe zur Süße. Hinten suchst du den Abfüller und die Hinweise zum Ausbau. Das dauert keine Minute. Es verhindert die häufigste Enttäuschung: ein Wein, der geschmacklich in eine ganz andere Richtung geht als erwartet.

Sagt dir ein Begriff nichts, frag im Laden gezielt nach seiner Bedeutung in diesem Gebiet. Eine konkrete Frage bekommt meist eine konkrete Antwort. Ist niemand da, halt dich an die Angaben, die du sicher einordnen kannst. Die Gestaltung der Flasche lässt du dabei außen vor.

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