
Hot Brown, Burgoo
Whisky & Essen
Im Brown Hotel in Louisville erfand Koch Fred Schmidt in den 1920er-Jahren ein Gericht für hungrige Tanzgäste. Er nannte es Hot Brown. Die offene Sandwich-Platte aus Putenbrust, Speck und heißer Mornaysauce wird unter dem Grill goldbraun überbacken. Dazu passt ein milder Bourbon wie der aus Frankfort. Seine Vanillenote hält gegen die schwere Sauce gut mit, ohne sie zu erschlagen.
Süß geht es bei der Derby Pie weiter. Die Tarte kombiniert Walnüsse, Schokoladenstückchen und einen Schuss Bourbon im Teig, seit 1989 ist der Name geschützt. Weil schon ein Löffel Bourbon im Kuchen steckt, verträgt das Dessert daneben ruhig noch ein Glas. Am besten passt ein Bourbon mit spürbarem Roggenanteil, dessen Würze gegen die Süße von Schokolade und Nuss steht.
Burgoo ist das Gegenstück zu beidem. Der dicke Eintopf braucht mindestens drei Fleischsorten, meist Rind, Schwein und Huhn oder Wild, dazu reichlich Gemüse. Er köchelt oft über zwölf Stunden auf kleiner Flamme. Traditionell wird er in riesigen Kesseln bei Volksfesten und rund ums Kentucky Derby serviert.
Zu einem so kräftigen Eintopf passt kein zarter Bourbon. Besser eignet sich einer mit höherem Roggenanteil und Fassstärke, wie ihn Brennereien zwischen Lawrenceburg und Bardstown abfüllen. Die Schärfe des Whiskeys schneidet durch das Fett der drei Fleischsorten. Das wirkt ähnlich wie ein kräftiger Rotwein bei einem Schmorgericht.
Zwischen Louisville, Bardstown und Lawrenceburg zeigt sich am Esstisch, was die Region ausmacht. Süße aus Mais und Holz trifft auf herzhafte, oft über offenem Feuer gekochte Küche. Beide Seiten wachsen aus denselben Farmen und Flüssen.