
Fisch, Pie, Parma
Essen & Bierkultur
Was isst man in Fremantle zum Bier? Fish and Chips am Fishing Boat Harbour, dem Fischerhafen, gehören zum Pflichtprogramm. Frittierter Fisch mit Pommes braucht ein Bier mit Frische und Kohlensäure. Das helle Lager schneidet das Fett, ein Pale Ale passt, wenn der Fisch kräftig gewürzt ist.
Westaustralien hat ein eigenes Meeresgericht, den Western Rock Lobster, hier „Cray“ genannt, eine Langustenart. Gegrillt oder gekocht bildet das süße Fleisch einen schönen Gegensatz zur Hopfenbittere eines Pale Ale. Wer es einfacher mag, nimmt einen Meat Pie, eine Blätterteigpastete mit Hackfleischfüllung, die an jedem Kiosk zu haben ist. Dazu passt ein einfaches Lager, das den Gaumen zwischen den Bissen reinigt.
Im Pub ist die Chicken Parma Standard, kurz für Parmigiana: paniertes Hähnchenschnitzel mit Tomatensauce und Käse überbacken. Die Süße der Sauce und das salzige Panierte vertragen ein kräftiges Bier sehr gut. Little Creatures setzt auf Holzofenpizza, deren Röstaromen zum Malz passen.
Kultur bedeutet hier vor allem Draußensein. Beim Barbie, dem Grillabend mit Würstchen, sammeln sich Freunde um den Grill, und beim Sundowner, dem Drink zum Sonnenuntergang, sitzt man am Strand oder im Biergarten. In vielen Pubs gibt es einen Bottle Shop, einen Flaschenladen, durch den man das Bier mit nach Hause nimmt. Auch das Bier zum Sundowner ist ein kleines Ritual, kein Wettbewerb: ein Middy in der Hand, das Meer vor Augen, die Möwen über dem Kopf. Genossen wird in Maßen, und Rauschtrinken gilt auch hier als schlechter Stil.