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Region & Geschichte in der Region Hallertau

Siegel & Zupfer

Region & Geschichte

Nördlich von München beginnt das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Die Hallertau liegt dort und breitet sich über Teile der Landkreise Pfaffenhofen, Freising, Kelheim und Landshut aus. Mainburg und Wolnzach gelten als ihre bekanntesten Hopfenorte.

Nach Angaben von Branchenmedien wachsen hier auf rund 17.100 Hektar etwa 83 Prozent des deutschen Hopfens. Auch Bier wird in der Gegend gebraut, doch an diesem Ort geht es zuerst um die Pflanze: Gebraut wird anderswo mehr, gepflanzt kaum irgendwo so viel.

Den Ruf hat sich die Gegend mit einem Stück Plombe erarbeitet. 1834 beschloss der Markt Wolnzach, seinen Hopfen zu siegeln und mit Begleitpapieren zu verkaufen, damit Käufer die gute Qualität erkennen. Das Hopfensiegel war eine Herkunftsangabe am Sack, lange bevor es EU-Schutznamen gab. Später entstanden in der Hallertau mehr als ein Dutzend Siegelbezirke.

Heute trägt der Hopfen einen eigenen Namensschutz. Seit 2010 ist „Hopfen aus der Hallertau“ als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) eingetragen. Das gilt für die Pflanze, nicht für Bier: Ein „Hallertauer Bier“ mit EU-Schutz gibt es nicht, nur das „Bayerische Bier“, das seit 2001 g.g.A. ist.

Dass Hopfen in Bayern im Bier steht, schreibt eine alte Regel vor. Die Landesordnung von 1516 nennt „Gersten, Hopffen und Wasser“; Hefe kam in Bayern ausdrücklich erst 1910 dazu. So hatten die Hopfenbauern einen Dauerabnehmer in der Nachbarschaft.

Wie mühsam die Ernte früher war, zeigt das Deutsche Hopfenmuseum in Wolnzach, gegründet 2002 und seit 2005 eröffnet. Dort stehen die Hopfenzupfer als Figuren: Tausende Erntehelfer pflückten die Dolden einst von Hand. Brauereien gibt es in der Region heute rund zwanzig, darunter Ziegler Bräu in Mainburg, die einzige noch brauende von früher sechs.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenMalz und Hopfen
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