
Reibekuchen und Sauerbraten
Essen & Bierkultur
Reibekuchen sind am Niederrhein ein Klassiker und heißen im Dialekt Rievkooche. Man brät geriebene Kartoffeln mit Zwiebel in der Pfanne knusprig aus und isst sie mit Apfelmus oder Rübenkraut. Das Altbier passt dazu, weil seine Bittere das Fett abschneidet und das Karamell des Malzes zur Süße des Apfelmuses spielt.
Auch der Rheinische Sauerbraten gehört auf diese Liste. Das Fleisch liegt mehrere Tage in einer säuerlichen Beize und wird dann geschmort, oft mit Rosinen in der Soße. Ein Altbier hält dagegen, weil Malz und Bittere die Säure auffangen. Dazu gibt es meist Rotkohl und Kartoffelklöße.
Eine deftige Beilage ist Stielmus, ein Gemüse aus den jungen Blättern und Stielen der Rübe, das man in der Region zu Kartoffeln und Wurst serviert. Es schmeckt leicht bitter und erdig, ähnlich wie das Bier. Für den schnellen Hunger gibt es Mettbrötchen mit Zwiebeln, bei denen ein kleines Glas Alt genügt.
Das Bierleben am Niederrhein spielt sich in Gaststätten und Vereinsheimen ab. Das Schützenfest ist in vielen Orten das große Fest des Jahres, mit Umzug, Festzelt und Fassbier. Dort wird Altbier in großer Zahl gezapft, meist in der kleinen Becherform, damit niemand lange auf ein frisches Glas warten muss.
Eine Eigenheit ist die Größe der Gläser. Während man andernorts den halben Liter bestellt, bleibt es hier beim kleinen Becher, den man oft mehrfach nachbestellt. Wer an einem Tresen steht, sieht, wie die Gläser nacheinander gefüllt und weitergereicht werden. Das ist langsamer und gemütlicher als der große Krug.