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Gin · Schütteln

Corpse Reviver No. 2

Vier Zutaten zu gleichen Teilen: Gin, Orangenlikör, Lillet Blanc und Zitrone. Lillet Blanc ist ein aromatisierter Wein. Ein Spritzer Absinth bringt Anis und Kräuter dazu. Heraus kommt ein straffer, frischer Sour.

Stand: · Klassische Barkultur, Fassung von 1930

Corpse Reviver No. 2 im Cocktailschale

Zubereitung

  1. Das Servierglas vorkühlen. Die abgemessenen Zutaten in einen Shaker geben.
  2. Reichlich feste Eiswürfel hinzufügen und etwa 10–15 Sekunden kräftig schütteln.
  3. Durch ein Barsieb ins vorgekühlte Glas abseihen; das Schütteleis bleibt im Shaker.
  4. Zum Abschluss garnieren: Orangenzeste.

Wie schmeckt er?

Der erste Eindruck ist sauer und frisch. Alle vier Teile sind gleich groß, deshalb schiebt sich keiner nach vorn. Die Zitrone liefert die Säure, der Cointreau die Süße mit klarem Orangenton. Lillet Blanc bringt Wein und Kräuterwürze mit, dazu etwas Süße. Darunter steht der Gin mit seinem Wacholder. Der Absinth ist winzig dosiert, trotzdem riechst und schmeckst du ihn: kühler Anis. Drei der vier Teile sind Alkohol, deshalb wirkt der Drink stärker, als seine Frische vermuten lässt.

Wann passt er?

Ein Cocktail vor dem Essen oder für den späten Nachmittag. Er schmeckt frisch und ist doch stark, das überrascht viele beim zweiten Glas. Einsteiger mögen ihn oft sofort, denn Zitrone und Orangenlikör wirken vertraut. Nur der Anis vom Absinth bleibt Geschmackssache. Wer Lakritz nicht mag, dosiert ihn besser noch sparsamer.

Worauf es ankommt

Miss den Absinth wirklich sparsam ab. Ein Spritzer reicht, sonst deckt der Anis alles andere zu und die vier gleichen Teile verlieren ihren Sinn. Nimm frisch gepressten Zitronensaft und keinen aus der Flasche. Bei gleichen Teilen fällt jeder müde Saft sofort auf. Der Name verspricht übrigens keine Hilfe gegen Kater oder Müdigkeit, er stammt aus der alten Barsprache.

Corpse Reviver No. 2 — Detail

Woher der Drink kommt

Corpse Reviver war früher kein einzelner Drink, sondern eine ganze Gruppe. Gemeint waren Mischungen, die angeblich wieder auf die Beine bringen. Die heute bekannte Nummer 2 steht in einer Rezeptfassung von 1930. Ihr Name gehört zur Barsprache jener Zeit und ist kein gesundheitlicher Rat. Geblieben ist sie aus einem anderen Grund: Vier gleiche Teile und ein winziger Absinthakzent ergeben ein Muster, das man sich sofort merkt. Wer einmal begriffen hat, wie gleiche Teile arbeiten, baut sich daraus leicht weitere Drinks.

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