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Lexikon/Gin

Grundlagen · 3 Minuten Lesezeit

Was ist Gin? Wacholder und viele mögliche Aromen

Gin verstehen: Warum Wacholder dazugehört und unterschiedliche Flaschen trotzdem sehr verschieden wirken.

Stand: 17. September 2026

In diesem Artikel
  1. Wacholder muss in jedem Gin stecken
  2. Nach dem geplanten Drink auswählen
  3. Wie Gin entsteht
  4. Dein Weg durch die Gin-Welt
  5. Gin ist keine Sorte Wodka

Die kurze Antwort

Gin ist eine Spirituose, die nach Wacholder schmecken muss. Alle weiteren pflanzlichen Zutaten sind frei wählbar, etwa Zitrusschalen, Samen, Wurzeln oder Gewürze. Deshalb schmecken zwei Gins oft sehr verschieden.

Was ist Gin? Wacholder und viele mögliche Aromen — Motiv zum Thema Gin

Wacholder muss in jedem Gin stecken

Wacholder ist die einzige Zutat, die in jedem Gin stecken muss. Er ist der Kern der ganzen Kategorie. Alles andere wählt die Brennerei selbst: Koriandersamen, Zitrusschalen, Angelikawurzel, Kardamom, Lavendel. Die Liste ist lang und sieht bei jedem Hersteller anders aus.

Diese pflanzlichen Aromageber nennt man Botanicals. Wie sie verarbeitet werden, macht den zweiten großen Unterschied. Zwei Flaschen mit demselben Wort auf dem Etikett können deshalb völlig verschieden riechen.

Eine Zahl wie ‚zwölf Botanicals‘ auf der Flasche ist Werbung und kein Maßstab. Ein Gin mit fünf gut abgestimmten Zutaten kann klarer schmecken als einer mit zwanzig. Zu viele Aromen verdecken sich gegenseitig.

  • Was sind Botanicals im Gin?

Nach dem geplanten Drink auswählen

Planst du einen Gin Tonic, denk auch an das Tonic. Es bringt eigenen Geschmack mit und kann einen zurückhaltenden Gin überdecken. Für einen Cocktail mit kräftigen anderen Zutaten brauchst du einen entsprechend deutlichen Gin-Stil.

Ein erster Vergleich ist schnell gemacht: zwei kleine Proben, derselbe Mixer, dasselbe Glas. Notiere, ob du vor allem Zitrus, Gewürz oder Wacholder wahrnimmst. Über den Geschmack sagt ein auffälliges Flaschendesign nichts.

Wirkt eine farbige Variante sehr süß, lies die genaue Produktbezeichnung. Nicht alles mit großem Gin-Schriftzug ist dieselbe Art von Getränk.

Gin: Nach dem geplanten Drink auswählen

Wie Gin entsteht

Am Anfang steht landwirtschaftlicher Alkohol, also ein weitgehend geschmacksneutraler Alkohol aus Pflanzen. Er wird mit Wacholder und weiteren pflanzlichen Zutaten aromatisiert. In der EU muss Gin dabei mindestens 37,5 Prozent vol erreichen.

Bei der Verarbeitung gibt es zwei verbreitete Wege. Entweder liegen die Botanicals direkt in der Flüssigkeit, die gebrannt wird. Oder ihr Duft wird im aufsteigenden Dampf aufgenommen, ähnlich wie beim Dämpfen in der Küche.

Der erste Weg gibt meist kräftigere Ergebnisse, der zweite feinere. Beides sind Handwerksentscheidungen und keine Qualitätsstufen. Die Liste der Botanicals allein erklärt weder Intensität noch Qualität.

Dein Weg durch die Gin-Welt

Bei der ersten Flasche helfen verständliche Stilbeschreibungen: wacholderbetont, zitrisch, würzig oder floral. Danach kommt die Frage nach dem Einsatz. Ein kräftiger Negroni verlangt etwas anderes als ein feiner Martini oder ein frischer Gin Tonic.

Halte die erste Flasche bewusst einfach. Ein wacholderbetonter Gin ist der Bezugspunkt für alles Spätere. Kennst du die Grundlage, erkennst du beim nächsten Gin sofort, was eine Brennerei zusätzlich gemacht hat. Andersherum ist es mühsam.

  • Gin für Anfänger: den passenden Stil finden
  • Gin-Sorten und ihre Bezeichnungen
  • Gin-Cocktails nach Geschmack auswählen
  • London Dry Gin: Muss er aus London kommen?
  • Genever und Gin: die Unterschiede

Gin ist keine Sorte Wodka

Gin wird nicht gereift. Eine goldene Farbe im Glas kommt deshalb fast nie aus dem Fass, sondern meist von Zutaten oder Zusätzen. Ausnahmen mit Fasslagerung gibt es, und die schreiben es ausdrücklich dazu. Die Farbe einer Ginflasche sagt dir also nichts über ihr Alter.

Ein rosa Gin ist außerdem nicht zwangsläufig ein Gin. Viele farbige und gesüßte Varianten fallen rechtlich in eine andere Kategorie. Das große Wort auf der Vorderseite entscheidet darüber nicht. Ein Blick auf die kleine Produktbezeichnung klärt es in zwei Sekunden.

Damit gemixt

Rezepte, in denen das vorkommt.

  • Angel Face

    Gin, Aprikosenlikör und Calvados zu gleichen Teilen. Der Angel Face schmeckt fruchtig nach Aprikose und Apfel. Trotz des weichen Namens ist er ein starker Cocktail ganz ohne Saft.

    Zum Rezept ↗
  • Aviation

    Gin und Zitrone bilden das Gerüst, Maraschino und ein Barlöffel Veilchenlikör setzen den Duft obendrauf. Der Aviation ist ein klarer, saurer Cocktail mit blasser, leicht bläulicher Farbe.

    Zum Rezept ↗
  • Bee’s Knees

    Gin, Honig und Zitrusfrucht: Beim Bee’s Knees süßt vor allem der Honigsirup; auch der Orangensaft bringt natürlichen Zucker mit. Diese Fassung nimmt neben Zitrone auch Orangensaft dazu und schmeckt dadurch weicher und fruchtiger.

    Zum Rezept ↗
  • Bramble

    Ein Gin Sour auf zerstoßenem Eis, über den zum Schluss Brombeerlikör läuft. Der Bramble schmeckt frisch und sauer, und die dunkle Frucht zieht beim Trinken langsam nach unten.

    Zum Rezept ↗
  • Cardinale

    Ein herber Aperitif aus Gin, trockenem Wermut und wenig Campari. Wermut ist ein mit Kräutern gewürzter Wein, Campari ein roter Bitterlikör. Nur zehn Milliliter Campari halten den Drink schlank und trocken.

    Zum Rezept ↗
  • Casino

    Ein ginbetonter Klassiker mit Kirschlikör, etwas Zitrone und Orangenbitter. Old Tom Gin ist dabei eine weniger trockene Gin-Art. Der Drink kommt geschüttelt auf frisches Eis ins Glas und bleibt trotz Likör schlank.

    Zum Rezept ↗

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