Die kurze Antwort
Such den Gin nach dem Getränk aus, das du machen willst. Für den Anfang reicht ein trockener Gin mit klarer Beschreibung. Beim Gin Tonic stellst du zuerst das Verhältnis ein und änderst danach nur eine Sache auf einmal.

Welcher Gin passt zu dir? Drei Richtungen
Du musst keine Kräuternamen auswendig lernen. Überleg dir nur, was du gern trinkst: frisch und zitronig, kräutrig und würzig oder eher blumig. Wacholder steckt in jedem Gin, alles andere geht weit auseinander. Die Beschreibung auf der Flasche ist ein Hinweis, kein Versprechen.
Für den ersten Vergleich sind zwei kleine Flaschen mit deutlich verschiedenem Stil nützlicher als zwei teure mit ähnlichen Werbetexten. Probier sie in derselben Mischung. Änderst du gleichzeitig Tonic, Verhältnis und Garnitur, weißt du hinterher nicht, was dir gefallen hat.
| Du suchst … | Achte in der Beschreibung auf … | Praktischer Einstieg |
|---|---|---|
| Frische | Zitrusschalen, klare Wacholdernote | Gin Fizz; die Säure kommt zusätzlich aus Zitrone |
| Kräuter und Würze | Wacholder, Koriander, würzige Botanicals | Gin Tonic mit zurückhaltendem Mixer |
| Blumigen Duft | Florale Botanicals, eher feiner Duft | Zunächst mit wenig neutralem Tonic vergleichen |
Welche Angaben auf der Flasche wirklich helfen
London Dry sagt, wie der Gin gemacht wurde, nicht wo. Er muss nicht aus London kommen, und er ist keine Qualitätsstufe. Old Tom steht meist für einen etwas süßeren Stil. Navy Strength heißt: viel Alkohol, oft um 57 Prozent. Vergleichst du so einen Gin mengengleich mit einem leichteren, wird der Drink schnell zu stark.
Sloe Gin ist ein Schlehenlikör und kein Ersatz für trockenen Gin. Pink Gin kann zweierlei heißen: ein rosa Produkt oder ein alter Cocktail aus Gin und Bitters. Lies die genaue Bezeichnung und den Alkoholgehalt, bevor du ein Rezept nachbaust. Für den Anfang reicht eine Flasche, die zu deinem geplanten Drink passt.

Dein erster Gin Tonic
Fang mit 40 ml Gin und 120 ml gut gekühltem Tonic auf reichlich Eis an. Das ist ein Startwert, keine Regel. Mit 80 ml Tonic schmeckst du den Gin deutlicher, mit 160 ml bestimmt das Tonic den Geschmack. Mehr Tonic verdünnt den Drink, der Alkohol im Glas bleibt aber derselbe.
Füll das Glas mit Eis, gib den Gin hinein und lass das Tonic langsam daran herunterlaufen. Einmal sanft umrühren genügt. Lass beim ersten Vergleich die Garnitur weg oder nimm nur eine. Eine Handvoll Kräuter und Zitrusscheiben überdeckt genau den Gin, den du kennenlernen willst.
Willst du mehrere Verhältnisse vergleichen, misch kleine Mengen mit immer denselben Zutaten. Wichtig ist nur, dass du abmisst und nicht schätzt.
Das richtige Tonic finden
Ein Tonic kann süß und bitter zugleich sein. Kommt dir ein Gin Tonic zu herb vor, probier das Tonic zuerst pur. Fehlt dir Frische, ist mehr Gin selten die Lösung. Ein stark parfümiertes Tonic überdeckt einen feinen Gin; ein schlichtes macht den Vergleich leichter.
Änder immer nur eine Sache: erst das Verhältnis, dann die Tonicsorte. Schau beim Wechsel auf den Zucker in der Zutatenliste. Zuckerarme Tonics schmecken oft deutlich anders. Namen wie „Mediterranean“ oder „Botanical“ sagen dir nicht, wie süß oder bitter das Tonic ist.
Drei Cocktails, drei Richtungen
Gin Fizz ist Gin mit Zitrone, Zucker und Soda — frisch und lang. Gin Basil Smash kommt mit frischem Basilikum dazu. Negroni mischt Gin mit Campari und rotem Wermut und ist deutlich bitterer und stärker.
Such den Cocktail nach diesem Unterschied aus, nicht danach, wie bekannt er ist. Wer Bitteres nicht mag, fängt nicht mit einem Negroni an. Wer herbe Aperitifs liebt, wird mit einer süßen Fruchtmischung nicht glücklich. Die Rezepte im Lexikon nennen dir Mengen und Ablauf.
Gin pur probieren
Für den ersten Eindruck genügt ein kleiner Schluck in einem sauberen, oben verengten Glas. Halt die Nase erst ein Stück über den Rand. Sticht der Alkohol, geh weiter weg und gib später ein paar Tropfen Wasser dazu. Beschreib einfach, was du riechst: Zitrone, Kräuter, Gewürz, Blüten oder Wacholder.
Pur muss dir derselbe Gin nicht so gut gefallen wie im Cocktail. Manche Aromen wirken in der Mischung anders, und das Tonic bringt eigene Süße und Bitterkeit mit. Notier deshalb getrennt, wie er pur und wie er im Drink schmeckt. Du suchst eine Verwendung, die dir gefällt, kein Urteil über die Flasche.
Diese Fehlkäufe kannst du dir sparen
Kauf nicht nach Flaschenfarbe und nicht nach einer langen Liste exotischer Zutaten. Frag lieber konkret: Schmeckt man den Wacholder deutlich? Wie wirkt der Gin im Gin Tonic? Kann ich probieren? Leg vorher fest, was du ausgeben willst, und denk an das Tonic dazu.
Lager die Flasche verschlossen, aufrecht und dunkel. Für einen kalten Drink kühlst du Glas und Tonic — die ganze Sammlung muss nicht ins Gefrierfach. Gefällt dir eine Flasche in einem Rezept nicht, probier sie erst in einem anderen, bevor du die nächste kaufst.
Dein Plan für den Anfang
Such dir eine Geschmacksrichtung und einen Drink aus. Kauf die Zutaten dafür. Mix zuerst genau die beschriebene Fassung und schreib danach einen Satz auf: „zu bitter“, „Basilikum mag ich“, „mit weniger Tonic klarer“. Daraus ergibt sich dein nächster Schritt von selbst.
Wer Gin genauer verstehen will, liest die Grundlagen zu Wacholder und Botanicals. Wer lieber gleich mixt, nimmt ein Rezept. Du musst nicht erst die ganze Theorie lesen, bevor du deinen ersten abgemessenen Drink machst.