Zubereitung
- Das Servierglas mit festen Eiswürfeln füllen.
- Die abgemessenen Zutaten hineingeben.
- Behutsam umrühren, bis der Drink kalt ist und sich die Zutaten verbunden haben. Oben etwas Platz für die Garnitur lassen.
- Zum Abschluss garnieren: Orangenzeste.
Wie schmeckt er?
Zuerst schmeckst du die Bitterkeit. Sie kommt vom Cynar, einem dunklen Bitterlikör, und sie ist so gewollt. Gleich dahinter steht der Cachaça, ein Brand aus Zuckerrohr, kräftig und würzig. Der rote Wermut legt Süße und Kräuter darunter und rundet die Kanten ab. Zwei Tropfen Angostura geben eine würzige Spitze. Saft kommt nicht ins Glas, alle Zutaten sind alkoholisch. Deshalb schmeckt der Drink konzentriert und wird erst weicher, wenn das Eis schmilzt. Die Orangenzeste duftet süßlich und macht den bitteren Anfang freundlicher.
Wann passt er?
Trink den Rabo de Galo vor dem Essen oder als langsamen Drink am Abend. Er ist etwas für Geübte: bitter, stark und ohne Frucht zum Verstecken. Einsteiger finden ihn beim ersten Mal oft zu herb. Wer Negroni oder Campari mag, fühlt sich hier sofort zu Hause. Nimm dir Zeit, er ist kein Drink zum schnellen Wegtrinken.
Worauf es ankommt
Cynar ist ein eigener Bitterlikör und kein anderer Name für Campari. Tauschst du ihn aus, verschiebt sich das ganze Kräuter- und Bitterprofil. Nimm große, feste Eiswürfel und rühre nur kurz, bis der Drink kalt ist. Zu langes Rühren wässert ihn. Die Orangenzeste drückst du über dem Glas aus, damit das Öl oben auf der Oberfläche landet.

Woher der Drink kommt
Der Rabo de Galo gehört zur brasilianischen Barkultur. Die Verbindung von Cachaça mit rotem Wermut war lange eine einfache Alltagsmischung. Verbreitet hat sie sich vor allem im São Paulo der 1950er-Jahre. Der Name bedeutet wörtlich Hahnenschwanz und spielt damit auf das Wort Cocktail an. Welchen Bitterlikör man nimmt und wie man serviert, war nie festgelegt. Erst später machten Cocktailbars daraus die sorgfältig abgemessene Fassung, die du hier siehst. Die Grundidee blieb dabei immer dieselbe.
