Die kurze Antwort
Cachaça ist ein brasilianischer Brand aus frischem Zuckerrohrsaft. Er ist die Grundlage der Caipirinha — und er unterscheidet sich von Rum nicht nur durch den Namen.

Frischer Zuckerrohrsaft statt Melasse
Die meisten Rums entstehen aus Melasse, einem Nebenprodukt der Zuckerherstellung. Cachaça entsteht aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft, und das schmeckt man: frischer, pflanzlicher. Es gibt allerdings auch Rum aus Zuckerrohrsaft. Die beiden Begriffe einfach gleichzusetzen, verdeckt deshalb mehr, als es erklärt.
Dazu kommt die Herkunft. Der Name Cachaça ist geschützt und gilt nur für Zuckerrohrbrände aus Brasilien. Ein ähnlich hergestelltes Destillat aus einem anderen Land heißt anders.
Klar im Glas oder vom Holz geprägt
Ungereifter Cachaça wirkt frisch, pflanzlich und fruchtig. Lagert er in Holz, kommen Aromen dazu. An der Farbe kannst du aber nicht ablesen, wie lange und in welchem Holz er lag — das steht in den Angaben zur Flasche. Und wenn du kräftige Holznoten nicht kennst, frag nach einer Probe, bevor du eine ganze Flasche kaufst.
Die Hölzer sind die Besonderheit. Neben Eiche werden in Brasilien einheimische Arten verwendet: Amburana, Jequitibá, Bálsamo. Amburana gibt deutliche Zimt- und Vanillenoten ab — ein Geschmacksbild, das es so in keiner anderen Spirituose gibt.

Welcher Cachaça für die Caipirinha?
Nimm einen frischen, klar beschriebenen Stil. Limette und Zucker sollen den Brand ergänzen und nicht zudecken. Miss Zucker und Cachaça ab — dann bekommst du den Drink beim nächsten Mal genauso hin.
Und beim Drücken der Limette: Drück nur so fest, dass Saft und etwas Schalenaroma austreten. Die weiße Innenhaut gibt bei zu kräftigem Stampfen Bitterstoffe ab. Kurz und beherzt reicht. Wer lange arbeitet, bekommt keine intensivere, sondern eine bittere Caipirinha.
Nicht nur Caipirinha: der Rabo de Galo
Im Rabo de Galo trifft Cachaça auf Wermut und Bitterlikör. Das ist eine ganz andere Seite als die frische Caipirinha. Probier den Cachaça vorher einmal pur in kleiner Menge, dann weißt du, womit du arbeitest. Und wenn du ihn in einem Rezept gegen Rum tauschst, rechne mit einem spürbar anderen Geschmack.