
Khachapuri und Walnuss
Wein & Essen
In Kutaissi bestellt niemand einfach Khachapuri — man sagt Khachapuri Imeruli, denn hier ist die runde Variante mit eingebackenem Käse zuhause, anders als das bootsförmige Adscharuli mit rohem Ei obendrauf, das man aus Adscharien kennt.
Walnüsse prägen die Küche hier stärker als anderswo in Georgien. Zu Feiertagen kommt Satsivi auf den Tisch. Das ist kaltes Geflügel in einer dicken Sauce aus gemahlenen Walnüssen namens Bazhe, gewürzt mit Knoblauch, Koriander und etwas Zimt. Genau diese Sauce zeigt, warum ein Wein mit Säure hier mehr bringt als einer, der nur weich und rund schmeckt. Sie schneidet durch das Fett der Nüsse, so wie Zitrone es bei einer Sahnesauce tut.
Beim Käse in der Khachapuri Imeruli, einem frischen, salzigen Sulguni oder jungen Imeruli-Käse, wirkt das leichte Tannin aus dem Churi wie ein Gegengewicht zum Fett. Es trocknet den Gaumen wieder ab, bevor der nächste Bissen kommt. Ein Wein ganz ohne Gerbstoff würde daneben schnell fett und müde wirken.
Zu Kuchmachi passt der rote Otskhanuri Sapere besser als jeder Weiße. Das Gericht aus angebratenen Hühner- oder Kalbsinnereien in Walnusssauce mit Granatapfelkernen ist reichhaltig. Doch Säure und Tannin des Rotweins halten dagegen, ohne es zu erschlagen.
Zum Abschluss einer Mahlzeit trinkt man hier oft keinen Wein mehr, sondern ein kleines Glas Chacha. Das ist der klare Tresterbrand aus genau den Trauben, die vorher im Glas standen. Der Kreis schließt sich am selben Tisch, an dem er begann.