
Frico und Montasio
Wein & Essen
Die Küche Friauls trägt österreichische und slawische Spuren. Das zeigt sich auf jedem Teller anders als irgendwo sonst in Italien. Frico ist das Paradebeispiel: geriebene Kartoffeln, Zwiebeln und reichlich Montasio-Käse, in der Pfanne zu einer knusprigen Kruste gebraten. Innen weich, außen fast wie ein Chip.
Zu diesem fettigen, salzigen Gericht passt ein Friulano besser als jeder schwere Rotwein. Seine Säure schneidet durch das geschmolzene Fett. Der bittere Mandelabgang wirkt neben dem milden Montasio fast wie ein Gegengewicht, das den nächsten Bissen wieder appetitlich macht.
San Daniele, der rohe Schinken aus der gleichnamigen Stadt an den Ausläufern der Alpen, verlangt dagegen weniger Säure und mehr Frische. Ein junger Ribolla Gialla, klassisch und ohne Maischestandzeit ausgebaut, hebt die milde Süße des Schinkens hervor, ohne sein zartes Fett zu übertönen. Ein kräftiger Rotwein würde ihn schlicht erschlagen.
Im Winter kommt Jota auf den Tisch, ein dicker Eintopf aus Sauerbohnen, Kartoffeln und Speck mit deutlichem österreichischem Einschlag. Er wird von Triest bis in die Karnischen Alpen gekocht. Dazu passt ein junger Refosco, gerade genug Säure, um gegen das Kraut zu bestehen, und genug Frucht, um die Deftigkeit des Specks nicht noch schwerer zu machen.
Zum Schluss steht Gubana auf dem Tisch. Ein schneckenförmiges Gebäck mit Walnüssen, Rosinen und einem Schuss Grappa in der Füllung, traditionell zu Weihnachten und Ostern gebacken. Dazu gehört nur ein Wein: Picolit, klein eingeschenkt. Süß genug, um mit dem Gebäck mitzuhalten, aber mit genug Säure, damit er nicht bloß klebrig wirkt.