
Pfirsiche & Eiswein
Wein & Essen
Neunzig Prozent aller Pfirsiche Ontarios reifen in dieser Gegend, gleich neben den Reben, und man nennt sie schlicht Niagara-Pfirsiche. Im August feiert Niagara-on-the-Lake sein Pfirsichfest, und in dieser Woche landen die Früchte auf jedem Marktstand der Stadt. Zu einer frischen Niagara-Pfirsiche passt ein trockener bis halbtrockener Riesling mit spürbarer Säure fast von selbst, denn die Süße der Frucht braucht ein Gegengewicht, sonst wirkt der Wein daneben stumpf.
Zu herzhaftem Essen wechselt man die Sorte. Cabernet Franc von der Schichtstufe, mit seinem Duft nach schwarzer Johannisbeere und einer krautigen Kante, passt gut zu Ente oder Wild aus den Wäldern hinter der Schichtstufe. Zu leichtem Fisch passt er dagegen weniger. Das feine Tannin verträgt sich mit dem Fett des Fleisches. Die kühle Säure hält den Teller wach.
Die berühmteste Kombination bleibt trotzdem der Eiswein. Zu Blauschimmelkäse oder einer Terrine von der Gänseleber wirkt seine Süße nicht aufdringlich. Das Salz im Käse und das Fett in der Leber fangen sie auf. Ein kleines Glas reicht, denn Eiswein ist ein Wein für einen Löffel Dessert, nicht für einen ganzen Teller.
So schließt sich ein Kreis, der auf der Beamsville Bench begonnen hat. Dieselbe kühle Nacht, die im Winter Eiswein aus gefrorenen Trauben presst, hält im Sommer die Säure in einer Niagara-Pfirsiche frisch. Wer in Niagara isst, isst am Ende immer vom selben See und derselben Schichtstufe, ob im Glas oder auf dem Teller.