
Mici, Sarmale, Tămâioasă
Wein & Essen
Am Fuß der Weinberge beginnt jedes Grillfest. Mici sind Röllchen aus gewürztem Hackfleisch. Sie kommen ganz ohne Darm aus. Aus Rind, Lamm und Schwein gemischt, werden die fingerdicken Röllchen über Holzkohle gegrillt, bis die Kruste dunkel und die Mitte noch saftig ist, dazu reicht man Senf, frisches Weißbrot und eingelegtes Gemüse — schlichtes Essen, das nach kräftigem Wein verlangt.
Genau hier kommt Fetească Neagră ins Spiel. Ihre festen Tannine greifen das Fett auf. Rauch und Gewürz verstärken sich gegenseitig. Ein junger, fruchtbetonter Jahrgang passt dabei besser als ein lange gereifter, dessen Leder- und Tabaknoten neben Pfeffer und einem Hauch Nelke im Rauch des Grills fast untergehen, während frische Frucht dem Rauch gut standhält.
Zum Sonntagessen kommt oft Sarmale auf den Tisch. Kohlblätter werden mit Hackfleisch und Reis gefüllt. Man schmort sie stundenlang. Serviert mit saurer Sahne und einer Beilage aus Maisbrei, verlangt der zähere, geschmorte Charakter des Gerichts nach einem Wein mit etwas Reife, dessen Tannine sich schon abgerundet haben und dessen Säure noch immer durch das Fett der sauren Sahne schneidet.
Am anderen Ende des Tisches steht Telemea. Das ist ein salziger Salzlakenkäse. Zu ihm passt kein Rotwein. Telemea aus Schaf- oder Kuhmilch gehört in ganz Muntenia zum Frühstück, und zu ihm passt stattdessen eine trockene Tămâioasă Românească aus Pietroasele, deren blumige Süße im Duft das Salz des Käses ausgleicht, während die Säure den milchigen Nachgeschmack sauber hält.