Die kurze Antwort
Beide Schreibweisen sind üblich. In Schottland schreibt man meist Whisky, in Irland häufig Whiskey. Über die Machart sagt der zusätzliche Buchstabe nichts. Das regeln die Vorschriften der jeweiligen Kategorie.

Schreibweise ist nicht Stil
Auch innerhalb eines Landes gibt es verschiedene Traditionen, und jede Marke entscheidet selbst. Aus Whisky oder Whiskey allein liest du weder Rauch noch Süße heraus. Über Alter und Qualität sagt die Schreibweise ebenso wenig.
Sie verrät dir etwas über die Herkunft und den Hausbrauch einer Marke, mehr nicht. Dahinter stehen Tradition und eine Entscheidung fürs Etikett. Eine Herstellungsvorschrift ist das nicht. Was am Ende im Glas ist, regeln die Vorgaben der jeweiligen Kategorie, und die hängen nicht an einem e.
Praktisch heißt das: Zwei Flaschen mit gleicher Schreibweise können völlig verschieden schmecken. Zwei mit unterschiedlicher Schreibweise können sich erstaunlich ähneln. Wer sich merkt, er möge die mit e, merkt sich nichts Brauchbares. Nützlicher sind die Kategorie und die Erinnerung daran, welche Aromen dir wirklich gefallen haben.
Beim Suchen beide Formen ausprobieren
Suchst du eine bestimmte Flasche im Netz, nimm den Namen genau vom Etikett. Für allgemeine Fragen taugen beide Schreibweisen. Mehr Orientierung gibt die genaue Kategorie: Bourbon, Single Malt Scotch oder eine andere Herkunft.
Für deine Sammlung würde ich den Originalnamen übernehmen und die Geschmacksnotizen getrennt davon führen. Mit e ist keine nützliche Vorliebe. Nicht rauchig, eher fruchtig ist eine. Auch ein Blindvergleich soll keinen Buchstaben erraten. Er soll dir zeigen, welcher Eindruck dir gefällt.
Beim Tippen in eine Suchmaske lohnt es sich, im Zweifel beide Varianten zu probieren. Manche Shops führen nur die Form, die auf der Flasche steht, andere gleichen automatisch ab. Am zuverlässigsten findest du eine bestimmte Abfüllung über den vollständigen Namen vom Etikett, ergänzt um die Kategorie.
Für Notizen reicht ein knappes Raster: Name, Herkunft, Kategorie, dazu zwei oder drei Stichworte zum Eindruck. Nach zehn Einträgen siehst du Muster, die dir beim nächsten Kauf mehr nützen als jede Schreibweise. Du erkennst dann auch, ob du dich immer in derselben Ecke bewegst oder wirklich Neues probierst.

Schreibweise und Herstellung getrennt prüfen
Ganz gleich, welche Schreibweise auf der Flasche steht: Die nützliche Angabe ist immer dieselbe, nämlich Herkunft und vollständige Kategorie.
Der Buchstabe gehört zum Namen und bleibt dort stehen. Weiter kommst du mit den beiden Zeilen darunter: woher die Flasche stammt und wie die Kategorie vollständig heißt. Erst daraus ergibt sich, was dich im Glas erwartet. Eine ungewöhnliche Markenschreibweise ändert daran nichts, sie ist eine Entscheidung der Marke.
| Du liest … | Dann prüfe zusätzlich … |
|---|---|
| Whisky | Herkunft und vollständige Kategorie |
| Whiskey | Herkunft und vollständige Kategorie |
| Eine abweichende Markenschreibweise | Die Schreibweise allein ist keine Herstellungsregel |
Das fehlende „e“ sagt nichts über die Qualität
Am hartnäckigsten hält sich die Vorstellung, das zusätzliche e stehe für eine bestimmte Machart oder gar für eine höhere Stufe. Das tut es nicht. Ob eine Flasche rauchig oder mild ist, jung oder lange gelagert, liest du daraus ebenfalls nicht ab. Diese Eigenschaften stehen im Kleingedruckten oder ergeben sich aus der Kategorie.
Ein zweiter Irrtum: Man könne die Schreibweise sicher einem Land zuordnen. Die übliche Zuordnung stimmt oft. Es gibt aber Marken, die es anders halten, und innerhalb eines Landes verschiedene Traditionen. Wer auf dem Buchstaben eine Herkunftsangabe aufbaut, liegt früher oder später daneben.
Woran du dich im Laden orientierst
Nimm die Flasche in die Hand und such nach der Kategoriebezeichnung. Bourbon oder Single Malt Scotch sagen dir viel mehr über den zu erwartenden Charakter als das Wort davor. Danach lohnt der Blick auf die Herkunft und, falls vorhanden, auf die Altersangabe.
Wenn du unsicher bist, vergleiche zwei Flaschen aus derselben Kategorie, aber verschiedener Herkunft. Dieser Vergleich bringt dir etwas bei. Whisky gegen Whiskey zu stellen bringt dagegen nichts. Dabei stehen sich zwei beliebige Produkte gegenüber, die außer der Buchstabenfolge nichts verbindet.