Region & Geschichte in der Region Nordindien & Rajasthan

Zuckerfabrik wird Brennerei

Region & Geschichte

1953 gründete K. N. Sharma in Doraha im Punjab die Firma Kedar Nath and Sons, aus der später die Marke Piccadily wurde. Erst 1993 wechselte die Familie vom Zucker zum Alkohol und kaufte eine Zuckerfabrik in Patiala. Ein Jahr später folgte eine zweite Fabrik im Dorf Indri im Distrikt Karnal, Haryana, und mit ihr Piccadily Agro Industries.

In Uttar Pradesh lief die Rampur Distillery da schon zehn Jahre länger, seit 1943. Sie geriet in die roten Zahlen, bis G. N. Khaitan sie 1972 für umgerechnet 1,6 Millionen Rupien kaufte und damit Radico Khaitan begründete. Malt-Whisky brannte man ab 1990 zunächst nur zum Verschneiden in die eigenen Melasse-Whiskys.

Was in Indien als Whisky gelten darf, regeln die Alcoholic-Beverages-Regeln von 2018. Sie erlauben Whisky aus gemälztem Getreide, aber auch aus reinem Neutralsprit auf Melassebasis, ohne jede Mindestreifezeit, während Scotch drei Jahre im Fass vorschreibt. Der Großteil der indischen Whiskys im Regal ist deshalb technisch zuckerrohrbasierter Rum und darf in der EU nicht als Whisky verkauft werden. Rampur, Indri und Godawan gehen den teureren Weg: echtes Malz, echte Reifung.

Rampur wagte 2016 den Sprung ins Ausland, mit einer Vorstellung auf der Fachmesse der amerikanischen Spirituosenhändler in Las Vegas. Piccadily zog 2021 nach und kündigte die Marke Indri an, benannt nach dem Ort, in dem die Brennerei steht. Diageo eröffnete 2022 mit Godawan die dritte große Adresse, mitten in der Wüste bei Alwar in Rajasthan.

Heute räumen alle drei Preise ab. Indris Diwali Collector's Edition gewann 2025 in Las Vegas mit 99,1 von 100 Punkten den Titel als bester Whisky der Welt. Rampur landete im Januar 2026 auf Platz vier der meistbeachteten Whiskys weltweit, ermittelt von Drinks International. Godawan sammelte seit dem Start über 65 internationale Medaillen, darunter 2024 den Titel als bester Single Malt bei der London Spirits Competition.

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