
Lizenz und Wiederkehr
Region & Geschichte
1608 unterschreibt König Jakob I. eine Lizenz für Sir Thomas Phillips, in der Gegend um den Fluss Bush Getreidebrand herzustellen. Dieses Jahr steht bis heute auf jeder Flasche aus Bushmills, obwohl die Brennerei, die dort heute noch arbeitet, erst 1784 unter dem Namen Old Bushmills Distillery gegründet wurde. Zwischen der Lizenz und dem Bau liegen also fast zwei Jahrhunderte, in denen im Tal des Bush schon lange gebrannt wurde, nur eben ohne festes Haus.
1785 belegt die britische Krone gemälzte Gerste mit einer eigenen Steuer. Brenner in ganz Irland weichen aus und mischen ungemälzte Körner in die Maische, aus Sparsamkeit und, wie manche sagen, weil das Ergebnis ihnen sowieso besser schmeckte. In Belfast wächst daraus ein Imperium: John Dunville baut 1869 die Royal Irish Distilleries mit fünf Brennblasen und später einer Coffey-Anlage, am Ende mit über 2,5 Millionen Gallonen Jahresausstoß.
So groß Dunville's wird, so leise geht die Marke unter. 1936 ruht sie, und mit ihr verschwinden nach und nach auch die anderen Häuser der Gegend. County Down zählte einst sieben Whiskeybrennereien, bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ist keine mehr übrig. Nur Bushmills hält durch, obwohl ein Brand 1885 die Anlage fast zerstört. Von da an bleibt Bushmills über Jahrzehnte die einzige Adresse in Nordirland, an der noch gebrannt wird.
Erst 2013 ändert sich das: Echlinville am Ufer des Strangford Lough erhält als erste neue Brennerei seit über 125 Jahren eine Lizenz, füllt am 5. August das erste Fass und holt den Namen Dunville's zurück ins Leben. 2016 folgt Hinch in Ballynahinch, gegründet vom Unternehmer Terry Cross. Der erste Brenner dort hat sein Handwerk unter anderem in Bushmills gelernt, ein kleiner Kreis, der sich schließt.