
Speck & Süßes
Whisky & Essen
Auf dem St. Lawrence Market in Toronto begann 1854 alles mit einer Pökelidee. Der eingewanderte Metzger William Davies rollte gepökeltes Schweinelendenstück durch getrocknete Erbsen, um es haltbar für den Export nach England zu machen. Nach dem Ersten Weltkrieg ersetzte Maismehl die Erbsen, aus Gründen der Verfügbarkeit. Der Name „Peameal“ blieb trotzdem hängen. Erst in den 1960er-Jahren kam ein Marktmetzger namens Joe Hoiner auf die Idee, die Enden seiner Speckstücke zu braten und in ein frisches Kaiser-Brötchen mit Honigsenf zu packen. Seit 2016 gilt der Peameal-Bacon-Sandwich offiziell als Torontos Signature-Gericht.
Zu diesem herzhaften, leicht süßen Sandwich passt ein milder Ontario-Blend am besten. Die sanfte Maissüße im Glas trifft die Süße des Honigsenfs, ohne sie zu übertönen. Die feine Roggenwürze schneidet dabei das Fett vom knusprig gebratenen Speck auf. Ein kräftiger, reiner Roggen-Whisky würde den Sandwich dagegen erschlagen.
Nördlich von Toronto, in Barrie, druckte eine Gemeinde Anfang des 20. Jahrhunderts eines der frühesten bekannten Rezepte für Butter Tarts. Das sind kleine Mürbeteig-Törtchen mit einer Füllung aus Butter, braunem Zucker und Ei, die beim Backen fast karamellisiert. Bis heute gilt der Butter Tart in Ontario als inoffizielles Provinzdessert, mit endlosen Debatten darüber, ob Rosinen hineingehören.
Zur klebrig-süßen Füllung passt ein Whisky mit eigener Süße und genug Würze, um dagegenzuhalten. Ein im Portweinfass nachgereifter Tropfen wie Pike Creek bringt eigene Karamell- und Trockenfruchtnoten mit, die sich mit dem Tart verbinden, statt sich zu duplizieren. Im Hintergrund balanciert die Nelkenwürze die Süße des Zuckers aus.