
Mais trifft Roggen
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Ontario schmeckt nach Getreide, nicht nach Rauch oder Feuer. Der milde Mais der Base Whiskys trägt eine leichte Süße. Der Roggen des Flavouring Whiskys steuert Pfeffer, Nelke und eine trockene Würze bei. Im fertigen Blend verschmelzen beide zu einem Profil, das weicher wirkt als amerikanischer Bourbon und trockener als ein schottischer Malt.
Wie stark die Würze durchkommt, entscheidet der Anteil an Flavouring Whisky im Blend. Oft ist es nur ein kleiner Teil, gerade genug, um dem milden Grundwhisky ein Rückgrat zu geben. Auch der leichte Blend aus Collingwood, Canadian Mist, lebt vorwiegend von dieser milden Maisbasis. Deshalb schmeckt ein Ontario-Whisky selten aufdringlich, eher ausbalanciert zwischen Süße und Schärfe.
Lot No. 40 aus dem Hause J.P. Wiser's in Windsor zeigt, wie ein reiner Roggen-Whisky aus der Region schmeckt. Er wird zu 100 Prozent aus Roggen gebrannt und fünf bis neun Jahre in fabrikneuem Eichenfass gereift. In der Nase liegen gewürzte Vanille, Karamell und Orangenschale. Am Gaumen folgen süßes Getreide, Butterscotch und Apfelkuchen, mit einer langen, würzigen Nachwirkung.
Pike Creek, ebenfalls aus Windsor, geht den anderen Weg. Er ist zweifach gebrannt, auf Maisbasis, zehn Jahre gereift und danach mindestens hundert Tage in Portweinfässern nachgereift. Das bringt Karamell, Nelke und Trockenfrüchte in die Nase. Am Gaumen liegt er voll und warm, mit würzigem Karamell und Getreidenoten.
Am besten probiert man beide pur bei Zimmertemperatur, zunächst ohne alles, dann mit ein paar Tropfen Wasser, die die Aromen öffnen. Wer wissen will, wie unterschiedlich Base und Flavouring Whisky schmecken, stellt einen milden Blend neben einen reinen Roggen wie Lot No. 40. Der Unterschied zeigt sich im Glas, was in Windsor seit über 150 Jahren getrennt gebrannt wird.