Region & Geschichte in der Region Niederländischer Whisky

Genever wird Whisky

Region & Geschichte

Baarle-Nassau liegt so dicht an der belgischen Grenze, dass sie mitten durch Häuser und Gärten verläuft. Ein Fleckenteppich aus niederländischen und belgischen Grundstücken entsteht so. Postboten und Steuerbehörden teilen sich hier seit Jahrhunderten die Zuständigkeit. Mitten in diesem Grenzgewirr gründete Fred van Zuidam 1975 eine kleine Brennerei: eine einzige Kupferblase auf 300 Quadratmetern.

Ein Jahr später stiegen er und seine Frau Hélène professionell ein und brannten Liköre und Genever unter dem Namen Zuidam Distillers. Das war kein Neuanfang bei null. Genever wird seit Jahrhunderten aus gemälztem Getreide gebrannt. Wer schon eine Maische für Wacholderschnaps ansetzt, kennt Malz und Kupferblase bereits aus dem Effeff.

1996 füllte die Familie die ersten Fässer, die nicht für Genever, sondern für Whisky bestimmt waren – ein Versuch, mehr nicht. Es dauerte über zehn Jahre, bis daraus ein fertiges Produkt wurde. Anfang 2007 brachte Master Distiller Patrick van Zuidam den ersten niederländischen Whisky auf den Markt. Er nannte ihn Millstone, nach den Mühlsteinen, die einst das Malz für die Brennereien des Landes mahlten.

Verkauft wurde er zunächst in den Niederlanden, Belgien, Dänemark und, überraschend weit weg, in Japan. Heute ist die Brennerei auf 3.600 Quadratmeter gewachsen. Vier Kupferblasen stehen in Reihe, über tausend Fässer lagern im Haus. Zuidam blieb dabei, was es 1975 war: ein Familienbetrieb, kein Konzern.

Genever und Whisky entstehen bis heute in denselben Hallen, oft aus denselben Rohstoffen, nur mit anderem Ziel. Der eine reift kaum, der andere jahrelang im Fass. Wer die Geschichte von Zuidam verstehen will, muss beides zusammen sehen.

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