Region & Geschichte in der Region Campbeltown

Schmuggel & Lizenz

Region & Geschichte

Nach Campbeltown führt ein langer Weg: Die Stadt liegt am Ende der schmalen Halbinsel Kintyre, fast wie auf einer Insel, nur über einen weiten Landweg oder übers Meer zu erreichen. Genau das machte den Ort im 16. Jahrhundert zu einem Anlaufpunkt für Schmuggler. Der erste schriftliche Beleg für Whisky aus der Stadt stammt aus dem Jahr 1591, Jahrzehnte bevor überhaupt jemand an Steuern dachte.

Nach dem Excise Act von 1823 wurde legales Brennen gegen eine feste Abgabe erlaubt, und in Campbeltown entstand in den 1820er Jahren eine ganze Reihe kleiner, lizenzierter Brennereien. Kohle kam billig mit Schiffen aus Ayrshire, Gerste wuchs auf den Feldern rundum, und der Hafen brachte das fertige Fass direkt zu den Kunden in Glasgow und Übersee. Die Stadt wuchs zur größten Whiskystadt der Welt.

Um 1885 zählte der Schriftsteller Alfred Barnard auf seiner Reise durch Schottland 21 Brennereien in Campbeltown, insgesamt hatte die Stadt im Lauf der Jahre über dreißig gesehen. Man nannte sie „Whisky City“. Doch der Ruf litt: Viele Betriebe setzten auf Menge statt auf Sorgfalt, und Kenner sprachen abfällig von „stinkendem Fisch“.

Der Erste Weltkrieg brachte Rohstoffmangel, die amerikanische Prohibition nahm den wichtigsten Exportmarkt, und in der Wirtschaftskrise Ende der 1920er zogen Banken ihre Kredite ab. Eine Brennerei nach der anderen schloss, bis in den 1930er Jahren nur noch Springbank und Glen Scotia übrig waren. Campbeltown fiel von der Weltmetropole des Whiskys zur Fußnote.

Erst 2004 kehrte eine dritte Brennerei zurück: Hedley Wright, Eigentümer von Springbank, kaufte die stillgelegte Glengyle-Distillery und ließ sie wieder anlaufen, ihr Whisky heißt Kilkerran. Damit hatte Campbeltown wieder drei arbeitende Brennereien und behielt seinen Status als eigene Region. Heute ist die Stadt die kleinste offizielle Whiskyregion Schottlands, aber keine mit weniger Geschichte.

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