
Eigene Malztenne
Getreide
Single Malt Scotch Whisky darf nach den Scotch Whisky Regulations von 2009 nur aus gemälzter Gerste, Wasser und Hefe bestehen. Andere Getreidesorten sind für diese Kategorie tabu. Das unterscheidet Schottland von Kentucky, wo Bourbon mindestens 51 Prozent Mais braucht. In Campbeltown zeigt sich die schottische Regel besonders deutlich. Springbank ist eine der letzten Brennereien des Landes, die einen Teil ihrer Gerste noch selbst mälzt.
Auf der eigenen Tenne, dem sogenannten Malting Floor, wird die feuchte Gerste mehrmals täglich von Hand gewendet. So keimt sie gleichmäßig, ohne Wärmenester. Nach rund einer Woche wandert sie zum Trocknen in den Kiln. Diese Arbeit übernehmen anderswo längst Großmälzereien mit Maschinen. In Campbeltown gehört sie noch zum täglichen Rhythmus der Brennerei.
Aus derselben Gerste entstehen bei Springbank drei völlig unterschiedliche Whiskys. Das sind der namensgebende Springbank, der ungetorfte Hazelburn und der stark getorfte Longrow. Der Unterschied liegt nicht im Korn. Er liegt in der Darre und in der Zahl der Destillationsdurchläufe, die später folgen.
Glen Scotia und Kilkerran beziehen ihre gemälzte Gerste dagegen von Mälzereien auf dem schottischen Festland. So machen es die meisten Brennereien im Land. Die Körner stammen meist von Feldern im Osten Schottlands. Dort ist der Boden für den Gerstenanbau besser geeignet als auf der windigen, regenreichen Halbinsel Kintyre.
So stehen in einer einzigen Stadt zwei Wege nebeneinander. Bei Springbank ist es die alte, langsame Handarbeit auf der Tenne. Bei den beiden anderen Brennereien ist es der moderne Einkauf bei spezialisierten Mälzereien. Beide Wege enden im selben Gesetz, nur der Weg zum fertigen Malz ist verschieden.