
Hering, Krebs, Rauch
Whisky & Essen
Schwedische Küche und schwedischer Whisky sind beide noch jung und dabei, ihren eigenen Ton zu finden. Manche Kombinationen ergeben sich dabei fast von selbst.
An der Westküste, rund um Smögen, isst man an vielen Kais frische Krabben, Garnelen und frischen Fisch, meist nur mit Zitrone und Brot. Dazu passt Smögens stark getorfter, salziger Whisky besser als ein milder. Der Rauch steht neben dem jodigen Meeresgeschmack der Schalentiere, statt darin unterzugehen. Das ist ähnlich wie bei kräftigen Islay-Whiskys, die klassisch zu Austern passen.
Im Ådalen, wo die Brennerei High Coast steht, liegt auch das Kerngebiet des berühmten Surströmmings, des vergorenen Ostseeherings. Er ist beim Öffnen der Dose für seinen Geruch berüchtigt. Traditionell trinkt man dazu Bier oder Aquavit. Ein rauchiger, kräftiger Whisky funktioniert aber überraschend gut als Gegenspieler. Er bringt eigenen Rauch und Fassholz mit, der dem intensiven Fischton standhält, statt sich von ihm überrollen zu lassen.
Alltäglicher geht es mit Knäckebrot, dem harten Roggenknäcke, das in fast jeder schwedischen Küche liegt. Meist kommt es mit Butter und Käse auf den Tisch. Dazu passt ein milderer Whisky wie Mackmyras Svensk Ek. Seine Vanille- und Gewürznoten aus der schwedischen Eiche runden den herzhaften Käse ab, ohne ihn zu überdecken.
Zum Abschluss, bei einer klassischen Zimtschnecke, der Kanelbulle, die in Schweden zum Nachmittagskaffee gehört, zeigt derselbe Svensk Ek noch einmal seine süße Seite. Zimt trifft auf Zimt, Karamell auf Karamell. Für einen Moment wirkt der Whisky dabei wie ein flüssiger Nachtisch.