
Cawl trifft Whisky
Whisky & Essen
Cawl gilt als Nationalgericht von Wales, ein Eintopf aus Lammfleisch, Lauch, Kartoffeln und Kohl, der stundenlang köchelt, bis alles butterzart ist. Zu einem Teller Cawl passt ein Penderyn Madeira gut. Seine Honig- und Rosinennoten nehmen die milde Süße vom Lauch auf, ohne die herzhafte Brühe zu überdecken.
Welsh Rarebit, geröstetes Brot mit einer würzigen Käsesoße aus Cheddar, Senf und manchmal einem Schuss Bier, verlangt nach etwas Kräftigerem. Der erdig-nussige Coles Single Malt aus dem Jack-Daniel's-Fass hält der Schärfe des Senfs gut stand, ohne selbst zu süß zu wirken.
An der Küste, vor allem um Swansea und die Gower-Halbinsel, gehört Bara Lawr zum klassischen walisischen Frühstück. Der Seetang wird zu einer dunklen Paste gekocht und mit Hafermehl, Speck und Muscheln serviert. Die leicht salzige Seite des Aber Falls Single Malt trifft sich hier fast von selbst mit dem jodigen Geschmack des Seetangs.
Wer es einfacher mag, greift zum Caerphilly-Käse, einem milden, leicht krümeligen Schnittkäse aus der gleichnamigen Stadt in Südwales. Pur zum Whisky serviert, wirkt seine dezente Säure wie ein Gegenpol zur Süße der Madeira-Fässer. Danach schmeckt jeder weitere Schluck wieder frisch.
Was bei allen vier Kombinationen auffällt: Die walisische Küche kommt mit wenigen, ehrlichen Zutaten aus. Genauso zurückhaltend zeigen sich die Whiskys der Region. Keine Kombination auf dieser Liste überdeckt das Essen, jede lässt Lamm, Käse oder Seetang die Hauptrolle behalten.
Walisisches Lamm trägt ein EU-Gütesiegel, die geschützte geografische Angabe, ein Beleg dafür, wie ernst man das Fleisch in Wales nimmt. Dieselbe Sorgfalt gilt inzwischen für den Whisky, seit auch „Welsh Whisky" als Begriff gesetzlich geschützt ist.