Region & Geschichte in der Region Walisischer Whisky

Lücke und Neustart

Region & Geschichte

Wer im 19. Jahrhundert durch Nordwales reiste, kam an Frongoch kaum vorbei. Richard John Lloyd-Price und Robert Willis hatten 1887 die Idee zu einer eigenen Brennerei nahe Bala, und wenig später stand dort mit Mälzerei, Darre und eigenem Kontor eine der größten Anlagen ihrer Zeit. Rund dreißig Menschen arbeiteten für die Welsh Whisky Distillery Company, und die Fässer, die Königin Victoria und später der Prince of Wales geschenkt bekamen, trugen schon einen royal warrant.

Der Erfolg hielt nicht lange an. Wales erlebte damals einen Bauboom an Kapellen, und die Freikirchen predigten gegen den Alkohol, was den Absatz im eigenen Land austrocknete. 1900 verkaufte man die Brennerei für 5.000 Pfund an William Owen aus Bala, 1910 wurde die Firma aufgelöst. Fast ein Jahrhundert lang brannte in Wales danach kein Whisky mehr.

Die Idee zur Rückkehr entstand in einem Pub in Hirwaun, wo sich Ende der Neunziger ein paar Freunde fragten, warum es in Wales keine einzige Brennerei mehr gab. 2000 ging Penderyn am Fuß der Brecon Beacons in Betrieb, am St David's Day 2004 wurde die erste Flasche im Beisein von Prince Charles vorgestellt. Es war der erste in Wales gebrannte Whisky seit über hundert Jahren.

Es blieb nicht bei einer Brennerei. 2017 nahm Aber Falls am Fuß des Wasserfalls Rhaeadr Fawr in Nordwales die Produktion auf, ein Jahr später folgte In the Welsh Wind an der Küste von Ceredigion. In Llanddarog bei Carmarthen kam Coles dazu, deren erster Whisky 2019 in die Flasche ging.

Seit Juli 2023 ist der Name geschützt: Nur wer zu hundert Prozent walisische Gerste und walisisches Wasser verwendet und den ganzen Weg vom Maischen bis zum Abfüllen im Land selbst geht, darf die Flasche „Welsh Whisky" nennen. Zu diesem Zeitpunkt ging der walisische Whisky bereits in 45 Länder, mit einem geschätzten Exportwert von 23 Millionen Pfund.

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