
Strafkolonie und Brauerei
Region & Geschichte
Tasmanien ist die kühle Insel südlich des australischen Festlands, und das erklärt, warum hier gutes Bier entsteht. Das Klima erinnert eher an Nordeuropa als an das rote Outback, deshalb wachsen Gerste und Hopfen gut. In Hobart, der Hauptstadt, steht die Cascade Brewery, die sich als älteste durchgehend betriebene Brauerei Australiens bezeichnet.
Hobart wurde 1804 als Strafkolonie gegründet, die Insel hieß damals Van Diemen's Land. Im Raum der heutigen Stadt lebten die Muwinina, und der Berg über der Stadt trägt in der Sprache der tasmanischen Aborigines den Namen kunanyi. Die Siedler nannten ihn Mount Wellington.
An seinem Fuß fließt der Hobart Rivulet, ein kleiner Bach, an dem die Cascade Brewery entstand. Als Gründer gelten Peter Degraves und Hugh Macintosh, die Brauerei selbst nennt 1824 als Gründungsjahr. Im Dezember 1832 wurde das erste Cascade-Bier verkauft. Degraves soll den Plan im Gefängnis gefasst haben, wo er wegen eines Vergehens aus der Zeit vor seiner Auswanderung saß. Das erzählt die Brauerei als Überlieferung.
Im Norden der Insel liegt Launceston, dort, wo North Esk und South Esk zusammenfließen. 1881 gründete Charles Stammers Button am North Esk die Esk Brewery, und 1883 übernahmen James Boag und sein Sohn den Betrieb. Aus J. Boag & Son wurde die Marke Boag's, die bis heute jeder Tasmanier kennt.
Beide Traditionsmarken gehören heute zu Konzernen. Cascade ist Teil von Carlton & United Breweries, und diese Gruppe gehört zu Asahi aus Japan. Boag's gehört zu Lion, einer Tochter des japanischen Konzerns Kirin. Lion hat 2026 angekündigt, das Brauen in Launceston im November zu beenden, das Besucherzentrum soll offen bleiben. Der Name Tasmanian Beer ist keine geschützte Herkunftsangabe: In der Liste der EU-geschützten Biernamen kommt die Insel nicht vor.