
Maas, Abtei, Ardennen
Region & Geschichte
Wo Sambre und Maas in Namur zusammenfließen, beginnt eine Landschaft aus Kalkhügeln, Flusstälern und dunklen Wäldern, die sich nach Süden bis in die Ardennen zieht. Gebraut wurde hier seit Jahrhunderten in Klöstern und auf Bauernhöfen. Die Provinz Namur zählt nach Angaben eines Tourismusportals heute 28 aktive Brauereien.
Die Abtei von Leffe bei Dinant an der Maas gründeten Prämonstratenser im Jahr 1152. 1240 kaufte sie bei einem Grundstücksgeschäft auch eine Brauerei, und seit diesem Jahr ist dort Bier belegt. Heute gehört die Marke Leffe zu AB InBev und wird in Leuven gebraut, die Abtei erhält dafür Lizenzgebühren. Leffe ist also ein Abteibier, aber kein Trappistenbier.
Anders liegt der Fall in Rochefort. Das Kloster Notre-Dame de Saint-Remy entstand 1230, die ersten schriftlichen Hinweise aufs Brauen stammen von 1595. 1794 wurden Abtei und Brauerei geschlossen, 1887 kehrten Trappisten zurück, und seit 1899 wird wieder gebraut. Das Logo „Authentic Trappist Product“ der Internationalen Trappisten-Vereinigung bekommt nur, wer innerhalb der Klostermauern unter Aufsicht der Mönche braut und den Erlös für das Kloster und soziale Zwecke einsetzt. Es sagt etwas über die Herkunft, nicht über den Stil.
Weltlich und jünger sind die beiden anderen großen Namen. Die Brasserie du Bocq in Purnode bei Yvoir geht auf den Bauern Martin Belot zurück, der ab 1858 in den Nebengebäuden seines Hofes braute, und ist bis heute eine Familienbrauerei. Die Brasserie d'Achouffe im Ardennendorf Achouffe entstand 1982, als Chris Bauweraerts und sein Schwager Pierre Gobron in einem früheren Schweinestall die ersten 49 Liter brauten. 2006 verkauften sie an Duvel Moortgat.