
Quelle im Klosterhof
Wasser & Boden
Das Brauwasser von Rochefort kommt aus einem Brunnen innerhalb der Klostermauern. Beim Graben, so wird erzählt, sprudelte aus dem Hang die Quelle Tridaine, die reich an Kalzium sein soll. Wer dieses Wasser für den Geschmack des Bieres verantwortlich macht, beruft sich auf Brauer und Kenner und nicht auf eine Messreihe.
Rochefort liegt in der Famenne, einer Senke am Rand der Ardennen, wo Kalkgestein den Untergrund bildet. Regenwasser versickert dort in Spalten, löst Kalk und tritt als hartes, mineralreiches Quellwasser wieder aus. Kalzium hilft beim Maischen, weil es die Enzyme stützt und den Säuregrad der Maische in eine günstige Lage rückt. Zugleich macht es den Körper des Bieres etwas runder.
Weiter südlich ändert sich der Boden. Auf den Hochflächen der Ardennen stehen Schiefer und Sandstein, das Wasser dort ist weicher, und im Winter liegt oft lange Schnee. Die Brauerei in Achouffe sitzt mitten in diesem Bergland, in einem Tal zwischen Houffalize und La Roche-en-Ardenne. Dass sie ein Winterbier mit dem Namen N'Ice Chouffe im Programm hat, passt zu diesem Klima.
Eine Besonderheit der Gegend sind die Flusstäler. Die Maas hat sich zwischen Namur und Dinant tief in die Felsen gegraben, und an den steilen Hängen liegen Klöster, Burgen und alte Keller. Kühle, feuchte Luft herrscht dort fast das ganze Jahr, was die Reifung kräftiger Biere auf der Flasche begünstigt. Auch die Lager der Brauereien profitieren davon, denn starke Temperaturschwankungen bleiben im Stein aus, und das Bier altert gleichmäßig. Für ein Starkbier mit viel Alkohol ist das ein Vorteil, den man in Dachböden nicht findet.