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Region & Geschichte in der Region Brüssel

Gueuze-Museum & Café

Region & Geschichte

Gibt es in Brüssel überhaupt Brauereien, die Lambic und Gueuze herstellen? Ja, mindestens eine, und sie steht mitten in Anderlecht. Die Brasserie Cantillon besteht seit 1900 und versteht sich zugleich als Brüsseler Gueuze-Museum. Nach Angaben der Brauerei gründeten Paul Cantillon und seine Frau Marie Troch sie als Betrieb, der Lambic bei anderen Erzeugern kaufte, mischte und weiterverkaufte.

Selbst gebraut wurde dort erst später. 1937 erwarb die Familie gebrauchte Anlagen, 1938 lief der erste eigene Sud. Heute führt Jean-Pierre Van Roy, ein Urenkel des Gründers, das Haus gemeinsam mit seinen Kindern. Das Museum gründete er 1978, und es steht bis heute in der Brauerei selbst.

Wie ist Lambic rechtlich geschützt? Anders, als viele meinen. Die 1997 ohne Namensvorbehalt eingetragenen Bezeichnungen Lambic, Gueuze, Kriek und Faro sind seit dem 4. Januar 2023 erloschen. Geschützt sind als garantiert traditionelle Spezialität nur „Oude Geuze“ und „Oude Kriek“ samt Schreibweisen wie „Vieille Gueuze“. Dieser Schutz bindet das Verfahren, nicht den Ort. Dass Gueuze aus dem Senne-Tal kommt, ist Tradition und Konvention des Verbands HORAL, keine EU-Herkunftsregel.

Cantillon gehört dem HORAL nicht an, dem Hoge Raad voor Ambachtelijke Lambikbieren, in dem sich Lambic-Brauer und Blender zusammengeschlossen haben.

Die zweite Brüsseler Adresse ist jünger. Bernard Leboucq und Yvan De Baets lernten sich 2002 bei der Zinneke Parade kennen, einem Straßenumzug der Brüsseler Kunst und Handwerker, bei dem Zinnebir als Festbier lief. Ihre Brasserie de la Senne zog 2010 nach Molenbeek-Saint-Jean und brachte damit eine eigene Brauerei zurück in die Stadt.

Am 30. November 2016 nahm die UNESCO die belgische Bierkultur in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Gewürdigt wird die Kultur des Ausschenkens und Trinkens, nicht ein einzelnes Bier.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenSauerbier und wilde Gärung
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