
Abtei, Ring, Brauerei
Region & Geschichte
Wo liegt die Gaume? Ganz im Süden Belgiens, in der Provinz Luxemburg, an der Grenze zu Lothringen. Die Gegend heißt auch Belgisch-Lothringen, ihre unoffizielle Hauptstadt ist Virton, und sie ist für ihr mildes Mikroklima bekannt.
Berühmt wurde sie durch eine Abtei. Orval liegt bei Villers-devant-Orval im Gemeindegebiet von Florenville, mitten im Wald, und die Gemeinschaft reicht bis ins Mittelalter zurück. Im Juni 1793 steckten französische Revolutionstruppen unter General Loison die Anlage in Brand, sie wurde geplündert und lag danach in Trümmern.
Eine Legende erklärt den Namen. Gräfin Mathilde von Tuszien soll im 11. Jahrhundert ihren Ring in eine Quelle verloren haben, eine Forelle brachte ihn zurück, und aus dem „goldenen Tal“ wurde Orval, von Val d'Or. Belegt ist die Geschichte nicht. Die Quelle der Abtei trägt aber bis heute Mathildes Namen, und die Forelle ziert die Flasche.
Als die Abtei im 20. Jahrhundert wieder aufgebaut wurde, brauchten die Trappisten Geld. Deshalb nahm 1931 die Brauerei ihren Betrieb auf, mit weltlichen Angestellten und dem Braumeister Pappenheimer, der nach Überlieferung das Rezept entwarf. Das erste Bier verließ den Hof im Mai 1932, damals noch in Fässern.
Was ist Trappistenbier? Ein Herkunftszeichen, kein Bierstil. Das Logo „Authentic Trappist Product“ darf nur tragen, wer in oder nahe den Klostermauern unter Aufsicht der Mönche braut und den Erlös für die Gemeinschaft und gute Zwecke einsetzt. Nach dem Stand von Mitte 2025 führen es acht Brauereien weltweit, Orval gehört dazu.
Daneben gibt es in der Gaume einige kleine weltliche Brauer, etwa die Brasserie Sainte-Hélène in Virton. Einen EU-Herkunftsschutz für Bier aus der Gaume gibt es nicht. Der Name Orval schützt sich über die Abtei und das Trappistenzeichen selbst.