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Wasser & Boden in der Region Gaume & Orval

Mathildenquelle, Wald

Wasser & Boden

Das Brauwasser von Orval stammt aus der eigenen Mathildenquelle im Klostergelände. Die Brauerei erhitzt es auf 65 Grad und gibt es schon beim Schroten des Malzes dazu. Ein Trappistenbier aus der Gaume hat damit einen ungewöhnlich kurzen Weg vom Quellwasser bis in die Maische, den Brei aus geschrotetem Malz und warmem Wasser.

Die Landschaft rund um Orval ist Wald und Hügelland. Die Gaume besteht aus Gestein der Jurazeit, das als Teil der lothringischen Schichtstufen nach Süden in Richtung Frankreich ausläuft. Wo solche Schichten Regen sammeln und langsam wieder abgeben, entstehen Quellen mit gleichmäßigem Wasser, und genau das braucht eine Brauerei.

Wie wirkt sich Brauwasser auf Bier aus? Entscheidend sind gelöste Mineralstoffe. Viel Karbonat macht das Wasser hart und dämpft die Säure der Maische, was dunkle Biere begünstigt. Viel Sulfat betont dagegen die Hopfenbittere und lässt ein Bier trockener wirken. Orval ist ein hopfiges, sehr trockenes Bier, nach Angaben der Brauerei mit leichter Säure im Abgang.

Die Mathildenquelle ist damit mehr als eine Zutat. Sie gehört zur Brauerei, seit diese 1931 ihren Betrieb aufnahm, und sie verbindet die Legende vom verlorenen Ring mit dem Bier von heute. Wer in Orval trinkt, schmeckt also Wasser aus dem Tal, dem die Abtei ihren Namen verdankt.

Auch das Klima spielt eine Rolle für die Lagerung. Orval lässt sein Bier nach der Abfüllung rund drei bis fünf Wochen bei etwa 15 Grad in klimatisierten Räumen nachgären. Das ist deutlich wärmer als bei einem Lagerbier, das wochenlang kalt ruht. Die Wärme ist Absicht, denn die Hefen in der Flasche arbeiten bei dieser Temperatur zügig und gründlich.

Dazu im Lexikon

Bier verstehen: GrundlagenMalz und Hopfen
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