
Plattekaas & Toer
Essen & Bierkultur
Was isst man zu Gueuze? Im Pajottenland oft Brot mit Plattekaas, einem frischen, weichen Käse aus Milch der Gegend, dazu Radieschen. Die Säure des Biers schneidet durch die Cremigkeit des Käses, und das Radieschen fügt Schärfe hinzu.
Auch Schinken passt, wenn er in Bier glasiert wurde. Das Fruchtige im Kriek harmoniert mit Ente und dunkler Schokolade, die Gueuze mit Muscheln und Fisch. Wer es schlicht möchte, isst einfach Brot und Käse und trinkt dazu ein Glas Oude Geuze.
Die Kultur hat ihre Orte. In kleinen Cafés im Senne-Tal stehen die Flaschen im Regal, und man bestellt sie, wie man anderswo ein Glas Wein bestellt. Lambic ist dabei Gesprächsstoff: Wer wie lange blendet, welches Fass besser reift, wer im Verband HORAL mitmacht und wer nicht.
HORAL organisiert alle zwei Jahre den Toer de Geuze, einen offenen Brauereitag im Frühjahr, an dem Brauereien und Blender ihre Türen öffnen. Besucher laufen oder fahren von Hof zu Hof und sehen Koelschips, Fässer und Flaschenlager aus der Nähe, in Lembeek ebenso wie in Beersel. Ein Tag reicht kaum für alle Stationen.
Geuze wird oft aus Flaschen zu 37,5 oder 75 Zentilitern geteilt, so wie man eine Flasche Sekt öffnet. Die Menge richtet sich nach dem Tisch und nicht nach dem einzelnen Glas. Wer zu zweit oder zu dritt eine Flasche leert, trinkt langsam und redet dabei mehr, als die Gläser füllen.