
Lembeek & Blender
Region & Geschichte
Lambic stammt aus dem Pajottenland und dem Senne-Tal, dem Hügelland westlich und südlich von Brüssel. Der Name geht auf Lembeek zurück, einen Ort an der Senne, der heute zur Stadt Halle gehört. Dort steht bis heute die Brauerei Boon.
Wie viele Lambic-Betriebe es gibt, lässt sich schwer sagen, denn die Rollen sind gemischt. Manche brauen selbst, andere reifen und mischen Lambic verschiedener Herkunft ab, so wie 3 Fonteinen in Beersel. Dazu kommen Lindemans in Vlezenbeek, Timmermans in Itterbeek, Girardin in Sint-Ulriks-Kapelle und Oud Beersel.
Wie knapp es einmal wurde, zeigt Boon. Frank Boon begann 1975 als unabhängiger Geuze-Blender in Halle, zog 1978 nach Hondzocht bei Lembeek und braute im Herbst 1990 im neuen Sudhaus; nach Angaben der Brauerei war es das erste neue Lambic-Sudhaus seit mehr als vierzig Jahren. Die Brauerei beruft sich auf das Jahr 1680. Heute gehört sie zur Hälfte der Familie Boon und seit 2014 zur anderen Hälfte der Diepensteyn NV, der Muttergesellschaft von Palm.
Ist Lambic geschützt? Die Namen Lambic, Gueuze, Kriek und Faro standen seit 1997 als garantiert traditionelle Spezialität ohne Namensvorbehalt im EU-Register. Dieser Schutz ist am 4. Januar 2023 erloschen. Weiter geschützt, nun mit Namensvorbehalt, sind „Oude Geuze“ und „Oude Kriek“ samt Abwandlungen wie „Oude Lambiek“; nur wer nach dem festgelegten Verfahren arbeitet, darf sie aufs Etikett schreiben.
Der Schutz hängt am Verfahren, nicht am Ort. Dass Lambic aus dem Senne-Tal kommen soll, ist Tradition und gehört zur Konvention des Verbands HORAL, in dem sich Brauer und Blender des Pajottenlands und Senne-Tals zusammengeschlossen haben. Mit EU-Recht hat diese Ortsbindung nichts zu tun, und Cantillon in Brüssel steht außerhalb des Verbands.