
Wurst und Sauerkraut
Essen & Bierkultur
Was isst man in Harbin zum Bier? Die Küche des Nordostens, Dongbei genannt, ist deftig und trägt russische Spuren. Dazu gehören die Harbiner Rote Wurst im russischen Stil, das große runde Brot namens Dalieba und der Eintopf Suan cai, in dem eingelegter Chinakohl mit Schweinefleisch und Glasnudeln gekocht wird. Das saure Kraut und das fette Fleisch vertragen ein leichtes, kaltes Lager sehr gut.
Ein weiteres Gericht ist Guobaorou, in Teig gebackenes Schweinefleisch in süßsaurer Sauce. Die Süße, die Säure und der knusprige Mantel finden im milden Bier einen ruhigen Gegenspieler, der den Mund erfrischt. Das Prinzip ist bekannt: Kohlensäure und Kühle lösen Fett, ein bitterer Hopfen wäre hier nicht nötig.
Im Sommer sitzt man draußen vor Grillständen, an denen Spieße über Kohle garen. Dazu gehört in China ein kühles Bier aus der Flasche, es wird in kleinen Schlucken getrunken und oft geteilt. Die Gaststuben sind laut und schlicht, nicht Keller, nicht Brauhaus, sondern Esslokal.
Im Winter steht die Stadt im Zeichen des Eises. Die Eis- und Schneewelt eröffnet traditionell Anfang Januar und läuft etwa einen Monat, mit Palästen, Brücken und Pagoden aus Blöcken der Songhua.
Die Bierkultur in Harbin ist also keine der großen Rituale und Maßkrüge. Sie ist alltäglich, gesellig und eng mit dem Essen verbunden, so wie in vielen Städten Chinas. Wer verstehen will, wie Bier hier schmeckt, sollte es zu dem trinken, was die Stadt isst, und mit der Kälte, die sie prägt.