
Teiche, Keller, Wirte
Region & Geschichte
Im Jahr 1410 durften die Bürger von Höchstadt an der Aisch zum ersten Mal Bier brauen und verkaufen. Die Erlaubnis kam vom Bamberger Bischof, und sie ist der früheste Beleg für die Bierstadt am Rand des Steigerwalds.
Geprägt haben die Gegend auch die Klöster. Sie legten im Mittelalter Teiche an, weil unter dem Boden Sand und Lehm wechseln und der Lehm das Wasser hält. Heute zählt man mehr als 7.000 Teiche auf rund 3.000 Hektar, eine der größten Teichlandschaften Mitteleuropas.
Das Bier blieb lange Sache der Wirte und kleinen Landbrauer. 1926 taten sich in Höchstadt sieben Gastwirte zusammen und gründeten das Brauhaus Höchstadt, das noch heute den Zusatz e.G. für eingetragene Genossenschaft trägt. Es sitzt in der Kellerstraße.
In Uehlfeld wird die Brauerei Zwanzger 1639 erstmals urkundlich erwähnt und gilt als älteste noch arbeitende Brauerei des Aischgrunds. In Herzogenaurach braut die Brauerei Heller, deren Kellerbier die Jahreszahl 1747 im Namen trägt, nach Angaben der Brauerei als Verweis auf ihre Anfänge.
Nördlich schließt sich der Steigerwald an. Allein im Gemeindegebiet von Ebrach laden fünf Brauereien mit Kellern zum Einkehren ein, und in Schlüsselfeld braut man unter anderem in Thüngfeld (Familie Hertl) und bei Scheubel. Eine genaue Zahl aller Brauereien der Gegend ist nicht belegt, es sind viele kleine.
Eine eigene Herkunftsangabe für Aischgründer Bier gibt es nicht. Wer hier braut, braut in Bayern, und „Bayerisches Bier“ ist seit 2001 als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) eingetragen. Geschützt ist dagegen der Aischgründer Karpfen, und zwar seit 2012.