
Klöster, Flöße, Familien
Region & Geschichte
Das Bierland südlich von München hat drei Gesichter. In Aying braut seit 1878 die Familienbrauerei Ayinger, die laut Eigenangabe in siebter Generation der Familie Inselkammer gehört. Das Dorf liegt nur etwa 25 Kilometer von der Münchner Innenstadt entfernt und hat Brauerei, Brauereigasthof und Bräustüberl dicht beieinander.
Am Tegernsee ist die Geschichte älter und adeliger. Das Benediktinerkloster entstand 746, die heutige Brauerei beruft sich auf Vorläufer um 1050 und geht belegt auf das Jahr 1675 zurück, als Abt Bernhard Wenzel Braurechte aus Holzkirchen an den See holte. 1817 kaufte König Max I. Joseph das aufgelöste Kloster samt Brauerei; heute leitet das Herzoglich Bayerische Brauhaus Tegernsee die Familie der Herzöge in Bayern.
Bad Tölz an der Isar war im 17. Jahrhundert ein Brauzentrum. Der erste bekannte Tölzer Brauer, Hans der Prew, ist rund vierzig Jahre vor dem Reinheitsgebot von 1516 bezeugt, und zeitweise brauten 22 Betriebe nebeneinander. Ihr Bier ging im Sommer auf Flößen die Isar hinab nach München, das auf warmem Kiesboden kaum Keller hatte.
Was heißt Herkunftsschutz hier? Die Region hat keinen eigenen. Alle Brauereien dürfen sich aber auf das EU-geschützte „Bayerisches Bier“ (g.g.A., eingetragen 2001) berufen, und Aying liegt zudem außerhalb der Münchner Stadtgrenze, gehört also nicht zu den Wiesnbrauereien.
Heute prägen wenige Familien- und Adelsbetriebe die Gegend, dazu kleine Brauer in Bad Tölz wie Mühlfeldbräu, Binder-Bräu und Steg-Bräu. Eine genaue Gesamtzahl der Oberländer Brauereien nennen wir nicht, die Landkarte ändert sich zu oft.