
Spargel und Flammkuchen
Essen & Bierkultur
Im Frühjahr gehört in der Kurpfalz der Spargel auf den Tisch, vor allem der Schwetzinger Spargel aus der Gegend um das Schloss. Weißer Spargel schmeckt leicht bitter, und ein Pils greift diese Bittere auf, statt sie zu überdecken. Dazu passt auch ein Hefeweizen, dessen weiche Frucht gegen Butter und Sauce Hollandaise arbeitet.
Herzhafter geht es mit dem Flammkuchen zu, dem dünnen Teigfladen mit Speck, Zwiebeln und Schmand, der in Baden und im Elsass zu Hause ist. Ein kühles Helles passt dazu, weil es die Fettigkeit des Specks abräumt. Im Herbst kommt der Zwiebelkuchen, oft mit neuem Wein, dazu trinkt man in der Gegend ebenso gern ein Bier.
Zu den Gerichten der Wirtshäuser zählt das Schäufele, die gepökelte, geräucherte Schweineschulter, mit Kartoffelsalat. Weil sie salzig und rauchig ist, braucht sie ein Bier mit Frische und Bittere. Ein Pils schneidet den Fettgeschmack, ein Weizen rundet ihn. Weinland Baden ist die Gegend auch: Wer in einer Wirtschaft sitzt, findet Bier und Wein gleichwertig auf der Karte.
Alte Kneipenkultur gibt es vor allem in Heidelberg, mit seinen Studentenlokalen in der Altstadt, in denen Generationen von Studenten gesungen und getrunken haben. In Karlsruhe steht die Hoepfner Burg als Wahrzeichen der Bierstadt, und in Mannheim prägte Eichbaum am Wohlgelegen über Jahrhunderte die Stadt. Bier trinkt man hier gern in kleinen Gläsern, gern langsam und mit Essen, ohne Eile.