
Tulpe, Schaum, Kühle
Verkosten
Ein badisches Pils schmeckt zuerst nach Brotkruste und frischem Getreide, dann kommt die Bittere. Sie ist klar, aber selten scharf, und sie klingt trocken aus. Der Schaum soll feinporig und weiß sein und eine Weile am Glas haften. Wer das beim Hoepfner Pils oder beim Schlossquell der Heidelberger Brauerei prüfen will, trinkt es frisch gezapft aus dem Fass.
Als Glas dient beim Pils die Pilstulpe, ein schlankes Glas mit kurzem Stiel, das die Schaumkrone hält und das Bier kühl hält. Für Hefeweizen nimmt man das hohe, nach oben weit geöffnete Weizenglas, in dem der Schaum Platz hat. Die Größen sind meist 0,3 oder 0,5 Liter, kleine Gläser schmecken oft frischer, weil das Bier nicht warm wird.
Zur Temperatur hilft eine einfache Regel. Pils trinkt man bei etwa 6 bis 8 Grad, zu kalt verschließt sich der Duft, zu warm wird es schwer. Hefeweizen verträgt ähnliche Werte, ruhig etwas wärmer. Hell und Weizen zeigen ihren Geschmack besser, wenn sie nicht direkt aus dem Eisfach kommen.
Beim Einschenken kippt man das Glas schräg und lässt das Bier an der Wand laufen, dann stellt man es gerade und baut die Schaumkrone auf. Beim Weizen bleibt ein Rest in der Flasche, den man mit der Hefe aufschwenkt und zuletzt einfüllt. Zum Vergleich lohnt ein Bier der Familienbrauerei Ketterer aus Hornberg im Schwarzwald neben einem aus Plankstadt von Welde.